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Auf Tauchfahrt durch den Körper

Auf Tauchfahrt durch den Körper

In den City-Arkaden dreht sich bei einer neuen Ausstellung alles um den Aufbau des Menschen.

Mitte. Wie lange bleibt das Essen im Dickdarm? Wie schnell kann ich reagieren? Hat ein Säugling einen höheren Wasseranteil im Körper als ein Erwachsener? Diese und viele weitere Fragen beantwortet die Ausstellung „Faszination Mensch“ bis zum 23. Juni in den City-Arkaden. In sechs Themeninseln laden 70 interaktive Exponate zum Ausprobieren, Raten und Staunen ein.

So können sich die Besucher in einem „U-Boot“ auf Tauchfahrt durch den menschlichen Körper begeben. Dirigiert durch einen Hebel sausen sie zwischen weißen und roten Blutkörperchen entlang durch die Halsschlagader. Plötzlich beherrschen bunte, langgezogene Objekte die Szene. „Das sind die Synapsen im Gehirn“, erklärt Mikhail Haller vom Hamburger Kunstraum, der die Ausstellung konzipiert hat.

Ein paar Schritte weiter wird die Zusammensetzung des Menschen bildlich dargestellt: Eine große Flasche Sauerstoff liegt neben einem Haufen Kohle. In kleine Fläschchen sind Mangan, Jod und Kupfer abgefüllt. „Wir haben das alles im richtigen Verhältnis dargestellt“,sagt Haller. Und ein Säugling enthalte tatsächlich prozentual mehr Wasser als ein Erwachsener. An einer Menschen-Figur wird in etwas zu schnell wechselnden Bildern der Aufbau unterschiedlicher Zellen gezeigt: runde Fettzellen etwa oder längliche Gehirnzellen. An dem Bild eines Mannes erfahren die Besucher mit Hilfe einer Lupe, wo überall im menschlichen Körper Prothesen angebracht werden können.

An der nächsten Station geht es um die Ernährung. Sehr plastisch wird mit einer Kugelbahn demonstriert, dass das Essen nur sehr kurz in der Speiseröhre bleibt, etwas länger (zwei bis sechs Stunden) im Magen und bis zu 59 Stunden lang im Dickdarm. Mit wechselnden Schriften auf einem Spiegel wird die Bedeutung von ATP (Adenosintriphosphat) als Transporteur von Energie dargestellt. Auch hier können Kinder und Erwachsene aktiv werden: Auf einer Doppelwippe erfahren sie am eigenen Leib, wie schnell sich das Gehirn auf Schaukelbewegungen einstellt. Daneben können sie ein Entspannungs-Duell austragen: EEG-Geräte messen am Kopf die Entspannung. Wer am ruhigsten bleibt, befördert einen Ball ins Feld des Gegners.

Natürlich wird auch demonstriert, welche Lebensmittel gesund sind und welche weniger. Ein riesiges rotes Herz dient als Blickfänger und lenkt die Aufmerksamkeit ins Innere des Körpers. An einem Gerät wird etwa per Spiegel ein schlagendes Herz auf den Spieler projiziert. „Das schlägt auch im richtigen Tempo an der richtigen Stelle“, sagt Haller. Mit einer Handpumpe merken die Besucher, welch starke Leistung ihr Herz jeden Tag vollbringt: Wer mit der Hand vier Liter Wasser eineinhalb Meter in die Höhe pumpen muss, bekommt schon nach wenigen Sekunden Probleme. Besonders Kinder wird das Spiel im Inneren des Herzens erfreuen: Wenn sie ihre Hände unter einen Kasten halten, sehen sie dort per Projektion, was gut für das Herz ist — laufen statt Auto fahren, Ball spielen statt Computer. Oder sie testen ihre Reaktionsgeschwindigkeit. „Der Durchschnitt liegt ungefähr bei 40 Millisekunden“, erzählt Haller.

Nur auf seinen Tastsinn muss sich der Gast in einem dunklen Gang verlassen — hier merkt er schnell, wie wichtig im Alltag das Sehen ist. Und er sieht alle Adern, Muskeln und Knochen, aus denen ein Mensch aufgebaut ist. Kleine Quiz-Stationen sichern zwischendurch, dass alle Informationen angekommen sind und liefern zusätzlich Erkenntnisse. Wer noch detailliertere Informationen haben will, kann sich einer Führung anschließen. Sie wird im Stundentakt angeboten.