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Auf Streife in Wuppertal: Zwei tote Rehe und ein Auffahrunfall

Kolumne : Zwei tote Rehe und ein Auffahrunfall

Polizist Max Bieringer berichtet von seinen Erlebnissen auf Streife in Wuppertal.

Die vergangenen Nachtdienste unter der Woche waren erstaunlich ruhig. Neben vereinzelten Ruhestörungen und diversen Streitigkeiten in Privatwohnungen gab es gefühlt weniger Einsätzen als normalerweise. Meine Kollegin und ich wurden in einem Nachtdienst zu zwei Wildunfällen in den ländlicheren Gebieten unseres Wachbereiches gerufen. Beim ersten Unfall kreuzte ein Reh die Straße so knapp vor dem Auto des Anrufers, dass er nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte – es kam zum Zusammenstoß zwischen seinem Fahrzeug und dem Reh. Das Auto des jungen Fahrers war vorne leicht beschädigt und der Fahrer schien sich sichtlich erschrocken zu haben. Das Reh hatte jedoch seine Laufrichtung beibehalten und war über die angrenzenden Felder in den Wald gerannt. Leider konnten wir es nicht mehr auffinden.

Bei dem zweiten Unfall in den frühen Morgenstunden hatte ein Fahrer zwei Rehe mit seinem Auto touchiert. Die beiden Rehe hatten scheinbar versucht, unmittelbar hintereinander die Landstraße zu überqueren. Dabei waren sie mit dem Fahrzeug zusammengestoßen. Bei unserem Eintreffen lagen beide Rehe stark blutend auf der Fahrbahn und der Wagen war sichtlich beschädigt. Eins der beiden Rehe war bereits gestorben. Das andere Reh lebte noch, war jedoch durch den Unfall so stark verletzt, dass es von seinen Leiden erlöst werden musste. Insbesondere bei den aktuellen und kommenden Witterungsbedingungen sind auf den dunklen Landstraßen angepasste Geschwindigkeit und erhöhte Sorgfalt erforderlich, um gerade zur Nachtzeit solche Unfälle zu verhindern.

Die Einsatzlage in den Nachtdiensten ließ es zu, gezielte Verkehrsüberwachungen durchzuführen. So konnten Rotlichtverstöße, die Nutzung des Mobiltelefons während der Fahrt und andere Verstöße geahndet werden.

In einem Spätdienst wurden mein Kollege und ich zu einem Verkehrsunfall mit Personenschaden gerufen. Am Einsatzort trafen wir zwei Fahrerinnen an ihren Autos an. Die Unfallverursacherin war augenscheinlich nicht verletzt. Sie stand jedoch unter dem Eindruck des Geschehens und machte sich Vorwürfe. Die andere Frau hatte mit ihrem Auto verkehrsbedingt abbremsen müssen. Dies hatte die Unfallverursacherin zu spät bemerkt und war auf den abbremsenden Wagen aufgefahren. Die Geschädigte wurde bei unserem Eintreffen bereits durch den Rettungsdienst behandelt und später für weitergehende Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht. Zum Glück war sie jedoch nach ersten Angaben nur leicht verletzt. Wir nahmen die Aussagen der Beteiligten auf, außerdem fertigten wir Fotos und nahmen die Gegebenheiten der Unfallstelle für eine im Anschluss zu fertigende digitale Unfallskizze auf. Für die beiden Autos musste ein Abschleppunternehmen verständigt werden, da beide nicht mehr fahrbereit waren.

Bei einem Verkehrsunfall mit Personenschaden wird durch uns im Anschluss an die Unfallaufnahme vor Ort eine Verkehrsunfallanzeige gefertigt, da zunächst unter anderem der Tatvorwurf der fahrlässigen Körperverletzung im Raum steht.