Auf der Trasse gehen die Bauarbeiten weiter

Auf der Trasse gehen die Bauarbeiten weiter

Wenn das Wetter mitspielt, ist die Brücke Schönebecker Straße noch vor Ostern abgedichtet und fertig asphaltiert.

Wuppertal. Die Chancen stehen gut, dass es auf dem innerstädtischen Teil der Nordbahntrasse in den kommenden Wochen weitergeht — jenseits aller Diskussionen über Zeit- und Baupläne.

So wird in den nächsten Tagen an der Abdichtung der Trassenbrücke über der Schöne-becker Straße gearbeitet. Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Bauen gab es am Mittwochnachmittag einen Stand der Dinge, wie er dort nun regelmäßig vorgestellt werden soll.

Und der stellt sich grundsätzlich nicht so negativ dar, wie man es nach allen Auseinandersetzungen meinen könnte: So berichteten beide Seiten vorab, dass nun die Schredderarbeiten zwischen dem Tunnel Dorp, dem Ottenbrucher Bahnhof bis zum Weg am Ostersbaum ausgeschrieben werden.

Ziel ist dabei, den Bahnschotter auf dem gut 2800 Meter langen Teilstück so zu zerkleinern, dass er zum stabilen und damit bereits benutzbaren Untergrund für den künftigen Rad- und Wanderweg wird.

Er soll auch hier für Radfahrer vier Meter und für Fußgänger zwei Meter breit werden. Die europaweite Ausschreibung werde beim Verkehrsressort vorbereitet, heißt es von der Verwaltung. Am 16. Mai soll außerdem der Startschuss für die Sanierung der Stützmauern zwischen den Bahnhöfen Mirke und Ottenbruch fallen — unter Regie des Wichernhauses und mit Kräften des zweiten Arbeitsmarktes.

Eine Fachfirma ist derzeit am gesperrten Viadukt Schönebecker Straße im Einsatz, um es — wie berichtet — in mehreren Schichten auf der Oberseite abzudichten: Grundlage ist Beton, der verspachtelt und mit einer wasserundurchlässigen Expoxidharz-Schicht versehen wird, um dann den Asphalt aufzutragen. So kann die Brücke auf der Unterseite durchtrocknen.

Wenn das Wetter mitspielt, könne man mit den Arbeiten am Viadukt zu Ostern durch sein, erklären Carsten Gerhardt und Olaf Nagel vom Vorstand der Wuppertalbewegung auf WZ-Nachfrage — gleichzeitig betonend, dass man beim bautechnischen Vorgehen gegenüber der Stadt zwar nachgegeben, aber keinen Präzedenzfall für die Sanierung weiterer Brücken geschaffen habe.

Gut 50 000 Euro sind für die Arbeiten auf dem Viadukt veranschlagt. Bereits abgedichtet ist die Brücke Lantert — und in Kürze soll es Gespräche mit den Stadtwerken darüber geben, wie sich innerstädtische Tunnelanlagen zunächst provisorisch beleuchten lassen.

Im Ausschuss waren gestern alle Plätze belegt und Vertreter der Wuppertalbewegung eingeladen, ihren Standpunkt zu vertreten. Für Diskussionen sorgte allerdings der Umstand, dass für sie nur zwei Plätze vorgesehen waren und Olaf Nagel die Sitzung vorzeitig verließ — mit Blick auf insgesamt sieben Trassen-Mitstreiter, die sich auf verschiedene Themen spezialisiert haben. „Entweder alle oder keiner“, sagte Nagel.

Argumentierte der Ausschussvorsitzende Michael Müller mit der Geschäftsordnung, fanden sich noch zwei Vertreter der Bewegung, die sich äußern wollten. Als ehemaliger Anwalt sei er nicht besonders emotional, betonte Dietrich Böttcher. Er plädierte für Schlichtung, bevor es einmal mehr in die Diskussion ging. Dabei sagte Kämmerer Johannes Slawig, dass er das Projekt grundsätzlich nicht gefährdet sehe.

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