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Auf den Spuren der Wupper-Biber

Natur : Auf den Spuren der Wupper-Biber

Der Nager hat sich in Beyenburg häuslich eingerichtet und schon einige Bäume gefällt.

Wer an der Wupper beim Beyenburger Stausee spazieren geht, dem fallen vielleicht hier und da umgestürzte Bäume am Ufer auf. Einige sind eher klein, andere schon ganz schön mächtig. Allen ist gemeinsam: Da ist die Rinde abgeschält. Dort war der Biber am Werk. Und wer weiß, worauf man achten muss, kann noch viel mehr Spuren des neuen Wupperanwohners finden. Einer, der darin Experte ist, ist Elmar Weber. Rund 30 Gäste waren zu seiner Biberexkursion gekommen.

Den Biber selbst haben sie nicht zu Gesicht bekommen. „Tagsüber ist das eher unwahrscheinlich“, sagt Weber. „Der Biber ist mehr nachts und in der Dämmerung unterwegs.“ Dafür führt Weber die Gruppe zu den geschälten Bäumen. Da kann man sehen, wie fleißig der Biber an den Stämmen genagt hat, damit sie umfallen. Typisch sind die Zahnspuren, die aussehen, als habe da jemand mit einem stabilen Taschenmesser sehr viel Zeit verbracht. „Der Biber hat es auf die Rinde und auf die Triebe und Spitzen abgesehen“, erzählt Weber. „Und er kann die Fallrichtung berechnen. Idealerweise landet der stürzende Baum im Wasser.“ Weide wird bevorzugt. Die Bäume liefern das Futter für die Winterzeit. „Im Sommer sucht er sich Gräser und Kräuter.“

Im März 2018 war es, als Weber zum ersten Mal einen Biber in Beyenburg sichtete. Weber ist Mitglied im Bergischen Fischerei-Verein und amtlich bestellter Fischereiaufseher. Und im Verein Neue Ufer Pate für einen Wupperabschnitt in der Stadt. „Erst hat mir keiner geglaubt“, sagt Weber. Inzwischen sind nicht nur zwei Biber in Beyenburg bestätigt. DNS-Analysen von Haaren haben auch ergeben, dass sie mit den Bibern verwandt sind, die in der Eifel angesiedelt wurden. Die kamen damals aus Polen. Offensichtlich haben die Biber also über mehrere Generationen den Weg aus der Eifel ins Bergische geschafft.

Weiter geht es. Da gibt es schmale Streifen am Hang, auf denen kein Laub liegt. Wie blank gefegt sieht der Boden aus. Ist er auch. Weber: „Das sind Biberrutschen.“ Die benutzt der Biber zum Ein- und Ausstieg aus dem Wasser.

Weber hofft
auf Nachwuchs

Manches Holz kann der Biber als Baumaterial gebrauchen. Zwar baut er in der Wupper keine Dämme. „Die ist tief genug“, sagt Weber. „Der Biber will nur tauchen.“ Dämme baue er nur zum Wasser anstauen. Der Eingang zu seinem Bau muss nämlich immer unter Wasser liegen. In Beyenburg hat er einen Knüppelhaufen über einen Baueingang angelegt - sicher ist sicher.

Wobei ein Bau nicht genug ist. „In seinem Revier, das einen Flussabschnitt von einem bis fünf Kilometern umfassen kann, legt er mehrere Bauten an.“ Je nach Bedarf und Laune zieht er um. Bei einem Bootsanleger habe sich über Nacht ein tiefes Loch aufgetan - da ist die Decke eines Baus eingestürzt. Zwei bis drei Quadratmeter könne der Hauptkessel einer Biberwohnung groß sein. Abgerutscht war auch ein Stück Straße über einem anderen Bau. Jetzt ist der Hang verstärkt, der Rutsch geflickt und alles neu asphaltiert.

Zwei Biber in Beyenburg, das lässt Weber auf mehr hoffen. Weil Biber auf fremde Biber recht rabiat reagierten, könnte es sich um ein Paar handeln. Wenn das stimmt und wenn es tatsächlich dieses Jahr Nachwuchs gibt, dann sind die kleinen Biber schon auf der Welt. Weber: „Noch wären sie im Kessel. Im Mai kämen sie dann das erste Mal heraus.“

Dann müssten sie sich noch vor dem Fuchs oder dem Uhu in Acht nehmen. Ausgewachsene Biber haben hier keine Feinde mehr. „Wir hoffen, dass der Biber sich hier dauerhaft ansiedelt.“ In gewisser Weise wäre das eine Rückkehr. Denn der Biber war in der Region einmal so weit verbreitet, dass ihm zum Beispiel die Bever sogar ihren Namen verdankt.