Auf Brachgelände entsteht ein kurdisches Kulturzentrum

Auf Brachgelände entsteht ein kurdisches Kulturzentrum

Widukindstraße: Verein hat das Grundstück der Gaststätte „Am Zollplatz“ erworben.

Heckinghausen. Die Gaststätte „Am Zollplatz“ an der Ecke Widukind-/Feuerstraße ist bald Geschichte. Der Kurdische Kulturverein will dort ein Gemeindezentrum bauen. „Der Bauantrag ist jetzt eingereicht“, erklärt der Vorsitzende Kamal Salleh. In Kürze wird also die alte Gaststätte, die seit Jahren geschlossen ist, verschwunden sein. Mit dem Abriss hatte der Verein bereits vor einiger Zeit begonnen, musste dann aber noch einmal stoppen, wie Salleh einräumt. Jetzt habe man aber die Erlaubnis.

Für den Verein ist es ein Umzug — aus Platzgründen. Der Neubau sei dringend notwendig, erläutert Salleh gegenüber der WZ beim Gespräch im derzeitigen Vereinsheim an der Werléstraße 20 — übrigens ebenfalls eine ehemalige Gaststätte. Seit 2002 hat der Verein dort seinen Sitz, einen Gebetsraum und zwei Nebenräume zur Verfügung. Längst zu wenig, sagt Salleh. Offiziell habe der Verein um die 40 Mitglieder, doch zum Beispiel beim Freitagsgebet und anderen Veranstaltungen treffen sich dort regelmäßig deutlich mehr Kurden, nicht nur aus Heckinghausen, sondern der ganzen Stadt.

Die Idee, sich zu vergrößern, gibt es bereits seit 2012. Der Verein, der Mitglied des Interessensverbandes Wuppertaler Moscheen ist, wolle selbst bauen, das Geld über Spenden sammeln. „Wir wollen uns dem Stadtteil öffnen“, sagt Salleh. Im Erdgeschoss des vierstöckigen Neubaus sei zum Beispiel ein Multifunktionsraum geplant. Jugendliche sollen angesprochen werden, nicht nur Mitglieder. „Es gibt viele Ideen“, sagt Salleh. Eine sei unter anderem, Kochkurse anzubieten. Er rechne mit einem Jahr Bauzeit. Wann es richtig losgehe, hänge davon ab, wann die Stadt die Baugenehmigung erteilt.

Gut 480 Quadratmeter werden dem Verein am neuen Standort zur Verfügung stehen. Dazu komme noch ein Hinterhof. „Alles wird schön und modern“, verspricht Salleh. Eine Aufwertung für den Bereich und Heckinghausen, sagt er. Einem Stadtteil, in dem sich ohnehin viel tue, wie er lobt. Vor allem natürlich auch durch das Programm Soziale Stadt. An den Stadtteilkonferenzen nehme auch er für den Verein teil, erzählt Salleh. Und die Pläne will er gemeinsam mit den Architekten Ende März der Politik und den Akteuren im Stadtteil vorstellen. Ein Engagement, das in Heckinghausen gut ankommt. „Ich freue mich, wenn sich der Verein weiter nach außen öffnet“, sagt etwa Bezirksbürgermeister Christoph Brüssermann (CDU). Und auch die beiden Quartiersmanagerinnen Kristina Klack und Kathrin Leppert sehen es positiv, dass wieder eine weitere Brachfläche an der Widukindstraße verschwindet.

Ein wichtiger Punkt bei den Planungen sei übrigens das Thema Parken gewesen, sagt Salleh. Ursprünglich war mal vorgesehen, eine Tiefgarage zu errichten. Angesichts der zu erwartenden Kosten sei das aber schnell verworfen worden. Stellplätze seien aber ein Muss, so Salleh, deswegen habe der Verein in der Nachbarschaft zum neuen Kulturzentrum ein weiteres Grundstück erworben, um dort 20 Parkplätze zu errichten. Grundsätzlich glaubt der Vereinsvorsitzende aber nicht, dass es zu Engpässen kommen wird. Ein großer Teil der Besucher komme auch jetzt schon zu Fuß.

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