Asphaltmischwerk: Zweifel und Kritik wachsen

IG Frischluft wertet Verzögerungen beim Verfahren als positiv und holt Informationen ein.

Asphaltmischwerk: Zweifel und Kritik wachsen
Foto: Stefan Fries

Dornap. Still ruht der See beim Thema Asphaltmischwerk Dornap. Bereits vor anderthalb Jahren fand die Öffentlichkeitsbeteiligung für das umstrittene Projekt statt. Seitdem hat sich im Verfahren wenig getan. Ein Knackpunkt bleibt die komplette Erschließung des künftigen Werks über einen relativ schmalen Eisenbahntunnel. Dieser gehört der Deutschen Bahn. Laut Stadt laufen zwischen Bahn und Investor Gespräche zur baurechtlichen Sicherung der Zufahrt. Die komplexe Erschließungssituation könnte den Neubau insgesamt verteuern. Gleichwohl will die Deutag-West an ihren Plänen für die geplante Anlage festhalten.

Angesichts der langen Verfahrensdauer mehren sich im Stadtteil inzwischen aber auch Zweifel an einer Umsetzung — zumal auch die Kritik aus der Politik wächst. Zuletzt machte Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) keinen Hehl aus seiner ablehnenden Haltung gegen das Asphaltmischwerk. All das ist für die IG Frischluft kein Grund bei ihren Bemühungen nachzulassen. Sie möchte den Bau der Anlage weiter verhindern. Bei ihrer Jahreshauptversammlung im Vohwinkeler Bürgerbahnhof gab sich die Bürgerinitiative kämpferisch. Dass sich der ursprüngliche Zeitplan des Investors deutlich verzögert hat, werten die Mitglieder positiv.

„Ich bin froh über jeden Tag, an dem wir nicht auf ein großes Asphaltmischwerk blicken müssen“, sagt Vorsitzender Horst Watermeier. Er verweist auf die große Rückendeckung für die Bürgerinitiative aus dem Stadtteil. Unterstützung gibt es unter anderem von Vereinen, Unternehmen, Kindergärten und Teilen der Bezirksvertretung.

Die vorläufige Verfahrenspause nutzt der Verein zum Austausch mit gleichgesinnten Gruppen, die sich in anderen Kommunen gegen vergleichbare Anlagen einsetzen.

Dazu gehört eine Bürgerinitiative aus Stadthagen in Niedersachsen. Das dortige Asphaltmischwerk hat allerdings einen anderen Betreiber. Vorsitzender Jürgen Burgdorf bestätigte bei der Jahreshauptversammlung die Befürchtungen der Vohwinkeler. „Es gibt Geruchsbelästigungen in einem Radius von bis zu anderthalb Kilometern“, berichtet er. Dies sei durch einen aufwändigen „Geruchskataster“ ermittelt und von offizieller Seite bestätigt worden. In Stadthagen führte der Ärger um das Asphaltmischwerk schließlich sogar zur Abwahl des dortigen Bürgermeisters. Sein Nachfolger wurde ein Mitglied der Bürgerinitiative — in der Gemeinde mit 20 000 Einwohnern eine politische Sensation. Dieses Beispiel sorgte bei der Jahreshauptversammlung der IG Frischluft für einiges Aufsehen. Und auch die jüngste Entwicklung bei der möglichen Bundesgartenschau in Wuppertal wird in Vohwinkel aufmerksam verfolgt. Immerhin werden auch die Tescher Wiesen als Veranstaltungsfläche anvisiert. Von hier aus hätten die künftigen Besucher der Bundesgartenschau einen guten Blick auf das geplante 55 Meter hohe Asphaltmischwerk in Dornap.

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