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Nachgehakt: Art Hotel: Ende April sollen Flüchtlinge kommen

Nachgehakt : Art Hotel: Ende April sollen Flüchtlinge kommen

Im Heckinghauser Art Hotel an der Bockmühle laufen die letzten Vorbereitungen für die Ankunft von bis zu 600 Personen.

Wuppertal. Noch immer sind keine Flüchtlinge in das ehemalige „Art Hotel“ an der Bockmühle in Heckinghausen gezogen. Bis zu 600 Personen sollten seit Januar in der „Zentralen Unterbringungseinrichtung“ (ZUE) wohnen. Doch bisher ist dort noch nicht ein einziger Flüchtling angekommen. Sowohl die Stadt als auch die Malteser als Betreuungsverband warten auf das Startsignal der Bezirksregierung — das sich immer wieder verschiebt.

„Ich frage regelmäßig nach, aber meine letzte Auskunft war, dass die Flüchtlinge bis Ende des Monats hier sein sollen“, berichtet Sozialdezernent Stefan Kühn, der vermutet, dass diese Information inzwischen schon wieder überholt ist. Probleme, die einen Einzug verhindern könnten, sind ihm keine bekannt. Die letzten Hürden seien vor rund zwei Monaten genommen worden, als es um den betrieblichen Brandschutz und die Notfallpläne gegangen sei.

Doch offensichtlich ist immer noch nicht alles so, wie es sein soll. „Die umfangreichen Instandsetzungsarbeiten haben unsere ursprüngliche Planung etwas verzögert. Momentan sind die Arbeiten aber gut fortgeschritten und wir sind zuversichtlich, das Art Hotel nunmehr Ende April als bezugsfertig melden zu können“, kündigt Stefanie Klockhaus, Sprecherin der Bezirksregierung Düsseldorf an. „Wann dann genau die ersten Flüchtlinge dort einziehen werden, kann ich allerdings nicht sagen. Die Zuweisungen erfolgen zentral durch die Bezirksregierung Arnsberg und sind natürlich abhängig von der gesamtpolitischen Lage und der Zahl der Menschen, die zur Zeit NRW erreichen.“

Unterdessen warten 30 hauptamtliche Mitarbeiter des Malteser Hilfsdienstes seit Wochen auf den Beginn ihrer Arbeit. „Bis dahin nutzen wir die Zeit und qualifizieren die Mitarbeiter und bereiten die Unterkunft weiter vor“, erklärt Einrichtungsleiterin Bettina Heuschken. Im Moment kümmerten sich die Betreuungshelfer um die Einrichtung der Sanitätsstation, der Räume für die Kinderbetreuung und den Speisesaal. Außerdem besuchten sie Schulungen, beispielsweise Erste-Hilfe-Kurse. Wann es losgehen könnte, weiß sie nicht. Eine Vorlauffrist sei mit der Bezirksregierung nicht vereinbart. „Wir als Betreuungsverband sind startbereit“, bekräftigt sie jedoch.

Warum Wuppertal immer noch keine Zuweisungen erhalten hat, kann Bettina Heuschken auch nicht sagen. „Wir sind da abhängig von der Bezirksregierung.“

Dass die Heckinghauser Unterbringungseinrichtung möglicherweise gar nicht mehr benötigt wird, seitdem immer weniger Flüchtende nach Deutschland kommen, hält Stefan Kühn für ausgeschlossen: „Das Land wird die Einrichtung trotzdem brauchen, auch wenn die Flüchtlingszahlen zurückgehen.“ Kühn könnte sich vorstellen, dass in Wuppertal diejenigen wohnen sollen, die aus so genannten sicheren Drittstaaten wie Marokko kommen und kaum eine Bleibeperspektive haben. Aber eine offizielle Mitteilung seitens der Bezirksregierung gibt es dazu nicht.