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ARD mit Schnee: Hilfe auf eigene Kosten

ARD mit Schnee: Hilfe auf eigene Kosten

Auch in einigen Wuppertaler Haushalten ist seit August der Empfang des TV-Senders gestört. Ein neues Antennenkabel kann helfen.

Wuppertal. Seit Anfang August können einige Wuppertaler, die das analoge Kabel-TV-Angebot von Unitymedia nutzen, den Fernsehsender ARD nur noch mit stark verschneitem Bild auf der heimischen Mattscheibe sehen. Der Grund: Seit Einführung strahlt das neue digitale Radio DAB+ auf derselben Frequenz wie der TV-Kanal und sorgt für ständige Bildstörungen. Entgegen erster Mitteilungen von Unitymedia, dem größten Kabelnetzbetreiber in NRW, sind davon auch Haushalte im Stadtgebiet betroffen.

Nach WZ-Informationen verursacht DAB+ vor allem in Sonnborn, Vohwinkel und Elberfeld Störfälle. WZ-Leser Julian Stanarius wohnt in der Nähe der Stadthalle — also mitten in Elberfeld — und scheint betroffen zu sein: „Als am 1. August DAB+ auf Sendung ging, hatte ich plötzlich Schnee auf der Mattscheibe. Das kann kein Zufall sein.“

Für Katrin Köster, Sprecherin von Unitymedia, kommt diese Kunde überraschend: „Wuppertal wurde in unserem Untersuchungsraster nicht erfasst. Wenn es trotzdem derartige Fälle gibt, dürfte es sich dabei lediglich um Ausnahmen handeln.“ Grundsätzlich seien nur die analogen Kabelkunden von der Sendebeeinträchtigung durch DAB+ betroffen, die unmittelbar in der Nähe eines Sendemastes wohnen und ein veraltetes, unzureichend abgeschirmtes Antennenkabel nutzen. Da es jedoch keinen Sendemast in unmittelbarer Nähe des Stadtgebietes gibt, könne in Einzelfällen höchstens ein Mast aus dem Osten Düsseldorfs im Westen Wuppertals für die Störungen des Senders ARD sorgen.

Nach Angaben von Katrin Köster müssten die Empfangsprobleme allerdings nicht einmal unbedingt mit DAB+ zu tun haben. Vielmehr könnten die Störungen ebenso durch andere Dinge wie beispielsweise falsche Verkabelung oder Verkabelung über andere Geräte verursacht werden. Grundsätzlich hätten die Probleme nicht direkt etwas mit dem Kabelnetz von Unitymedia, sondern mit dem Antennenkabel (Verbindungskabel zwischen Kabeldose und Fernsehgerät, Foto: Archiv) des Kunden zu tun: „Das Breitbandkabel selbst ist ausreichend gegen die DAB+-Einstrahlungen abgeschirmt.“

Für Abhilfe könne in „90 Prozent dieser Fälle“ ein besser abgeschirmtes Antennenkabel in den Haushalten sorgen. Als „freiwilliges Entgegenkommen“ bietet Unitymedia seinen Kunden an, ein solches Kabel kostenfrei über das Internet zu bekommen. Allein: Die Nutzer aus Wuppertal bleiben bei diesem Service außen vor. Hier profitieren lediglich Kunden aus den Bereichen, die eindeutig im Störungsraster des Kabelnetzbetreibers erfasst wurden: „Das sind hauptsächlich Düsseldorf, Bonn, Dortmund und Köln.“