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Arbeiten auf dem Carnaper Platz beginnen vor dem Ratsbeschluss

Arbeiten auf dem Carnaper Platz beginnen vor dem Ratsbeschluss

Stadt und WSW zu Probebohrungen am Carnaper Platz: „Zeitpunkt ist reiner Zufall“.

Wuppertal. Noch ist der Vertrag zum Verkauf des Carnaper Platzes zwischen der Stadt und den Wuppertaler Stadtwerken nicht unterschrieben. Doch seit einigen Tagen nehmen die Stadtwerke bereits Probebohrungen auf dem Gelände vor.

„Das sind keine Vorarbeiten für den Bau der WSW-Firmenzentrale, sondern es ist durchaus üblich, ein Grundstück vor dem Verkauf nach Altlasten und Hohlräumen zu untersuchen“, sagt Stadtdirektor Johannes Slawig. Der Beginn der Arbeiten bereits vor der Ratssitzung „ist reiner Zufall“, sagt Slawig.

WSW-Sprecher Holger Stephan bestätigt gegenüber der WZ, dass die Arbeiten im Auftrag der Stadtwerke ausgeführt werden. Stephan spricht ebenfalls von einem Zufall, was den Zeitpunkt der Probebohrungen angeht. Diese seien schon länger geplant und mit der Stadt abgesprochen.

Der Tatsache, dass die WSW als künftiger Käufer bereits Arbeiten in Auftrag gegeben haben, misst Johannes Slawig keine besondere Bedeutung zu. „Ob der Eigentümer oder der zukünftige Käufer die Untersuchungen in Auftrag gibt — beides ist in solchen Fällen üblich“, sagt Slawig. Bebaut werden könne das Grundstück ohnehin erst nach Abschluss des Bauleitplanverfahrens.

Heinz-Willi Riedesel sicherte der Bürgerinitiative als Reaktion auf den Ratsbeschluss die Unterstützung des Unterbarmer Bürgervereins zu. Der letzte große Platz für die Stadt Wuppertal verdiene mehr als eine nur wirtschaftliche Lösung, so Riedesel. Wie der Rotter Bürgerverein äußern die Unterbarmer Verständnis dafür, dass die WSW 460 gesundheitsgefährdete Arbeitsplätze an einen anderen Standort verlegen wollen. Alternative Vorschläge für eine Bebauung des WSW-Areals würden aber mit nicht nachvollziehbaren Argumenten verworfen.

„Wenn der Kaufvertrag zwischen Stadt und WSW erst einmal unterzeichnet ist, ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein Bürgerbegehren noch für zulässig erklärt wird“, heißt es in einer Stellungnahme der Ratsfraktion die Linke. Gegen einen Bebauungsplan sei ein Bürgerbegehren unzulässig. Daher werfen die Linken der Stadtspitze sowie SPD und CDU Tricksereien gegen das Bürgerbegehren vor.