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Anwohner in Wuppertal-Beyenburg sorgt sich wegen rasender Mountainbiker

Freizeit : Beyenburger sorgt sich wegen rasender Mountainbiker

Es sei eine Frage der Zeit, bis ein Radler mit einem Wanderer zusammenstößt, glaubt Karl-Hermann Mencke.

„Wenn die hier herunter geschossen kommen und den Wanderweg kreuzen, dann sehen sich Wanderer und Mountainbiker erst, wenn es womöglich schon zu spät ist“, sagt Karl-Hermann Mencke. Der 81-Jährige zeigt auf eine besonders prägnante Stelle im Wald des Beyenburger Ortsteils Sondern. Da kreuzt die von den Bikern ausgewählte „Downhill-Strecke“ von Sondern zum Herbringhauser Bach nämlich den Wanderweg „Rundum Wuppertal“, der durch den Mischwald führt.

Natürlich könnten die Mountainbike-Fahrer auch die befestigten Waldwege benutzen, doch birgt die sportlich sehr anspruchsvolle, teilweise extrem steile Schussfahrt über knorrige Wurzeln und der Slalom zwischen den Nadelbäumen mehr Reiz, Wagnis und Herausforderung.

„Hier oben von der Straße Sondern geht es auf den unterschiedlichsten Wegen durch den Wald hinunter zum Herbringhauser Bach. Am lebhaftesten ist es hier natürlich am Wochenende, aber wegen der hellen Jahreszeit ist auch bis in die Abendstunden reger Betrieb. Und das ist nicht nur für die Radfahrer und die Fußgänger gleichermaßen gefährlich, sondern zerstört auch das Erdreich und schädigt den Wald“, weiß Mencke. Er räumt aber auch ein, dass ihm nichts von nennenswerten Zusammenstößen oder Unfällen der waghalsigen Radfahrer bekannt ist.

Aber wie sollen drohende, Kollisionen und Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern im friedlichen Wald auf Beyenburgs Höhen verhindert werden? Karl-Hermann Mencke schlägt vor: „Auf Hinweisschildern sollen Radfahrer ermahnt werden, nur befestigte Waldwege zu benutzen. Das sollte kontrolliert und Verstöße sollten unter Strafe gestellt werden.“

Die Szene fordert Konzepte
für Mountainbiker

Frank Pfotenhauer als Vertreter der Mountainbiker-Szene weiß, dass sich nicht alle Anhänger seiner Sportart an die Regeln von Vernunft, Respekt  und gegenseitiger Rücksichtnahme halten, weist aber darauf hin, dass das auch für Wanderer, Fußgänger und Hundebesitzer gilt. Verständnislos reagiert er auf Aktionen in Cronenberg, wo dazu aufgerufen werde, den Mountainbikern Hindernisse in den Weg zu legen. „Das ist nicht nur illegal, sondern auch mit Vernunft nicht mehr zu erklären“, so Pfotenhauer. Im Namen seiner sportlichen Zunft ruft Pfotenhauer dazu auf, bestimmte Strecken für die Biker  zu legalisieren und andere Bereiche zu sperren. „Viele Regionen, in denen der Tourismus eine große Rolle spielt, haben das schon geschafft. Und auch die Region Bergisches Land braucht hier dringend Konzepte, um auch ihren gewünschten Fortschritt in Sachen Tourismus zu erhalten. “

Bezirksbürgermeister Eberhard Hasenclever zu diesem Thema, speziell in Beyenburg, befragt, sagte nur: „Der Bezirksvertretung ist von derartigen Problemen nichts bekannt. Wenn es da Handlungsbedarf geben sollte, wäre wir von der BV der richtige Ansprechpartner.“

Konfliktpotenzial hatte zunächst auch die für Mountainbiker freigegebene Strecke im Kothener Wald. Doch da haben sich die Gemüter beruhigt. „Mountainbiker und Spaziergänger wissen voneinander und nehmen Rücksicht, sodass es da zuletzt keine Klagen mehr gab“, erklärt Stadtsprecherin Ulrike Schmidt-Keßler.