Anwohner in Wuppertal beschweren sich über fehlende Absperrungen

Brucher Stiege : Anwohner beschweren sich über fehlende Absperrungen

An der Brucher Stiege gibt es seit Wochen ein großes Loch im Zaun. Dahinter geht es zehn Meter in die Tiefe.

Sie sorgt nicht zum ersten Mal für Ärger: Die Brucher Stiege ist in der Vergangenheit bereits durch wucherndes Unkraut, schlechte Lichtverhältnisse und Müll auf den Treppen negativ aufgefallen. Jetzt gibt es Beschwerden über fehlende Absperrungen im oberen Teilstück des Fußwegs. Hier soll eigentlich ein Bauzaun die Sicherheit der Passanten garantieren. Immerhin geht es kurz hinter dem Weg rund zehn Meter steil nach unten in Richtung der Einfahrt zum neuen Kaufland-Supermarkt. Hier klafft allerdings schon länger eine große Lücke im Zaun. Ein tief hängendes Absperrband bildet die einzige Barriere. Nach Ansicht von Politik und Bürgern gibt es dadurch ein erhebliches Sicherheitsrisiko.

„Es muss dringend etwas passieren“, sagt der Vohwinkeler CDU-Ratsherr Mathias Conrads. Er wohnt in der Nähe und hat sich wegen des kaputten Zauns bereits an die Stadt gewandt. „Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit gibt es an dieser Stelle eine Absturzgefahr“, findet Conrads. Er verweist außerdem auf die Wichtigkeit der Verbindung für Pendler. Der Weg wird gern als schnelle Verbindung zwischen dem Park and Ride-Parkplatz Vohwinkel und dem Schwebebahnhof Bruch genutzt. Das Thema wurde bereits in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Vohwinkel angesprochen. Dabei bemängelte ein Bürger auch in den Weg hineinragende Metallpfosten des Zauns. Zumindest dieses Problem konnte mit Hilfe von Kabelbindern schnell gelöst werden. Bei der Lücke im Zaun lässt eine Reparatur aber weiterhin auf sich warten. Die Stadt verspricht baldige Abhilfe.

Bezirksjugendrat sieht einen „Angstraum“

„Die zuständigen Ressorts sind informiert und werden zeitnah reagieren“, sagt Stadtsprecherin Martina Eckermann. Möglicherweise sei aber der Investor des angrenzenden Grundstücks für die Absperrungen verantwortlich. Hintergrund ist ein Abrutschen des Bodens vor einigen Jahren durch starke Niederschläge. Dadurch war die Brucher Stiege zeitweise komplett gesperrt. „In jedem Fall wäre es sinnvoll, wenn es endlich eine dauerhafte bauliche Maßnahme für eine Absperrung gäbe“, sagt Mathias Conrads. Das Provisorium mit dem Bauzaun trage zum ohnehin wenig ansehnlichen Bild des Fußwegs bei. Der Bezirksjugendrat hatte die Treppe sogar schon als „Angstraum“ eingestuft. Müll und Unkraut wurden hier auch durch nicht geklärte Zuständigkeiten zum Problem.

Laut Stadt handele sich hier zwar grundsätzlich um Bahngelände, es gebe aber einen Vertrag zur Unterhaltung mit der Verwaltung. Das beauftragte Unternehmen kümmerte sich aber nur im oberen Bereich um den Rückschnitt der Büsche. Das wurde mittlerweile nachgeholt. Deshalb sieht die Stadt keinen zusätzlichen Handlungsbedarf bezüglich der Lichtverhältnisse. Die zunehmende Verschattung sei durch den Rückschnitt beseitigt. „Die Treppe Brucher Stiege wird durch eine ausreichende Anzahl von Laternen beleuchtet“, heißt es in einem Schreiben des Verkehrsressorts.

Der Ärger um den Fußweg hat eine lange Geschichte. Bereits seine Benennung vor zehn Jahren verlief nicht konfliktfrei. Dieser ging ein Wettbewerb der Bezirksvertretung voraus. Das Ergebnis Brucher Stiege wurde von der Verwaltung aber zunächst nicht anerkannt. Erst nach heftigen Protesten aus dem Stadtteilgremium blieb es bei diesem Namen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung