Anwohner gestalten den Vorplatz am Bahnhof Mirke

Workshop : Anwohner gestalten den Vorplatz am Bahnhof Mirke

Bei einem Workshop wurden zahlreiche Ideen und Wünsche für den Umbau der Fläche diskutiert.

Der Vorplatz des Mirker Bahnhofs soll umgestaltet werden. Dafür fand am Donnerstag ein Ideenworkshop im Bahnhofsgebäude statt, bei  dem Bürger ihre Wünsche und Vorstellungen einbringen konnten.

Dieter Bieler-Giesen von der Stadtentwicklung stellte die Rahmenbedingungen vor. So muss vor dem Bahnhof eine Autofahrspur entstehen, die bisherigen Parkplätze sollen aber wegfallen. Für das Jahr 2021 ist die Sanierung der Mauer und der Füßgängertreppe geplant. Dafür und für die Verkehrssicherheit müssen Bäume gefällt werden, da sie drohen, auf die Straße zu fallen.

„Ich fände es gut, wenn es Fahrradgaragen für die Anwohner geben würde“, sagt Anwohnerin Dorothee Gahlen. Die Räder könnten bei vielen ihrer Nachbarn nur im Keller stehen und E-Bikes seien zu schwer zu tragen. Gerade bei den Anwohnern löst der Wegfall von Parkplätzen große Diskussionen aus. Sie befürchten, dass die Besucher der Nordbahntrasse dann zusätzlich im Wohnviertel parken. Dies könnte mit Bewohnerparkausweisen geregelt werden, erklärt Dieter Bieler-Giesen.

In Kleingruppen wurden nach einer Ortsbegehung Lösungsvorschläge und Ideen erarbeitet. Gerade der Wunsch nach einem ruhigen Bereich zum Verweilen und Entspannen ist groß, um einen Gegenpol zur lauten Trassenseite zu schaffen. Während einige Teilnehmer sich einen Biergarten wünschten, bevorzugten andere einen Hängemattenpark und Sitznischen mit Picknickmöglichkeit. „Plätze, an denen man mit eigenem Proviant sitzen kann, fände ich toll“, sagt Ursula vom Brocke, die in der Nähe des Bahnhofs aufgewachsen ist, mittlerweile aber in Remscheid wohnt. Dennoch ist es ihr ein Anliegen, den Mirker Bahnhof mitzugestalten.

Bürger wollen
möglichst viel Grün erhalten

Die Arbeitsgruppen waren sich einig, möglichst viel Grün erhalten zu wollen. Das Urban Gardening könnte dafür erweitert, neben Nutzpflanzen auch Obst und Gemüse angebaut werden. „Hochbeete wären eine gute Idee“, findet Dorothee Gahlen. Eine Verschwenkung der Fahrspur würde den Verkehr beruhigen, so dass auch Spielflächen für Kinder entstehen können. Vorgeschlagen wurden unter anderem ein Basketballkorb und eine Boule-Bahn. Ein glatter Bodenbelag für Fahhradfahrer und Inline-Skater wurde ebenso gewünscht wie eine Fahrradverleihstation, freies W-Lan und freie Stromzugänge.

Amanda Steinborn, Vorstand Utopiastadt, erklärt, dass sie sich eine nachhaltige, flexible Nutzung wünsche. „Wir würden den Platz gerne für jeden Zweck nach Bedarf gestalten und den Bürgern zur Verfügung stellen“, sagt sie. Es sei wichtig, zukunftsfähig zu bleiben. Noah Becker, der im September seinen Bundesfreiwilligendienst bei Utopiastadt startet, würde sich über einen Wochenmarkt freuen, auf dem regionale Waren angeboten werden.

Die Ideen der Teilnehmer für Nutzungsmöglichkeiten sind zahlreich. So könnten  auf dem Vorplatz auch Flohmärkte oder eine Weinverkostung stattfinden.

„Die Initiative Seebrücke wünscht sich ein Denkmal für die im Mittelmeer Ertrunkenen“, erzählt Conny Fahle, Vereinsmitglied von Utopiastadt und Anwohnerin. Sie könne sich ein bepflanztes Boot gut vorstellen.

Was möglich und umsetzbar ist, wird in den nächsten Wochen von der Stadt geprüft. Ein zweiter Workshop soll am 28. August stattfinden, bei dem der Planentwurf vorgestellt wird und diskutiert werden kann.

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