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Anwohner an der Spieckerlinde in Wuppertal fordern eine Tempo-50-Zone

Tempolimit : Anwohner an der Spieckerlinde fordern eine Tempo-50-Zone

Die maximal zulässige Geschwindigkeit an der L411 in Beyenburg soll reduziert werden – die Stadt lehnt das ab.

Das Thema „Geschwindigkeitsbegrenzung“ beschäftigt die Anwohner an der Spieckerlinde in Beyenburg schon seit etlichen Jahren. Derzeit gibt es eine weitere Initiative zur Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit in dem Bereich von 70 auf 50 Stundenkilometer. In einer Unterschriftenliste an die Leiterin des Ressorts Straßen und Verkehr der Stadtverwaltung, Hannelore Reichl, fordert die Initiative die Herabstufung der jetzigen Tempo-70-Zone an der L 411 auf Tempo 50.

Etwa 25 Anwohner hätten die Liste unterschrieben, sagt Harald Bramstedt, der die Unterschriftenliste per E-Mail an die Stadtverwaltung gesandt hat. Das seien alle Bürger, die „hier an der Spieckerlinde wohnen“, sagt er der WZ.

Bislang sind die Chancen auf eine Herabstufung der Höchstgeschwindigkeit eher gering: Stadt und Polizei verweisen darauf, dass es sich bei dem in Rede stehenden Straßenabschnitt nicht um einen Unfallschwerpunkt handelt.

Dabei führen die Anwohner eine Vielzahl von Argumenten für eine Reduzierung der Geschwindigkeit ins Feld – auch der Bürgerverein Frielinghausen unterstützt die Initiative. In dem etwa 700 Meter langen Bereich befänden sich mehrere Wohnhäuser, in denen ältere Menschen und Familien mit Kindern lebten, erklärt Bramstedt. Zudem gebe es dort zwei Bushaltestellen, aber es fehlten teilweise Gehwege. Es komme „immer wieder zu riskanten Situationen, weil viel zu schnell gefahren und Abstände nicht eingehalten werden“, moniert der Anwohner. Es hätten sich in der Vergangenheit immer wieder Unfälle ereignet.

Zudem gibt Bramstedt zu bedenken, dass die L 411 durch die Schutzzone 2 der Herbringhauser Talsperre verlaufe. Sollte es zu einem Verkehrsunfall kommen, könnte das Trinkwasser in der Talsperre verunreinigt werden. Überdies hätten Geschwindigkeitsmessungen Anfang des Jahres ergeben, dass viele Verkehrsteilnehmer auf diesem Abschnitt der Landstraße zu schnell unterwegs seien.

Zwar befindet sich die L 411 in Trägerschaft des Landes, gleichwohl könnte die Stadt eine verschärfte Geschwindigkeitsbegrenzung anordnen. Bei der Stadtverwaltung konnten die Argumente bislang aber nicht verfangen. So brachte auch ein Gespräch am 1. Juli, an dem unter anderem Reichl, Bezirksbürgermeister Eberhard Hasenclever und Vertreter der Polizei teilnahmen, aus Sicht der Befürworter eines verschärften Tempolimits kein positives Ergebnis. Mit der Vorlage der Unterschriftenliste soll die Verwaltung im Rathaus nun noch einmal zum Umdenken motiviert werden.

Verwaltung sieht in dem Bereich keinen Unfallschwerpunkt

Die Verwaltung verweist als Begründung für ihre ablehnende Haltung auf die Unfallzahlen in dem Bereich – und die seien eben nicht so hoch und so gravierend, dass eine Reduzierung auf Tempo 50 gerechtfertigt wäre, sagt Stadtsprecher Thomas Eiting: „Es gibt keine sachliche Begründung für einen solchen Schritt.“

Die Stadt müsse sich an die Vorgaben der Straßenverkehrsordnung halten, die regeln, wann Geschwindigkeitsbegrenzungen veranlasst werden können. Die Kommune könne nicht selbst aktiv werden und einfach Schilder aufstellen – tue sie es doch, könnten andere Verkehrsteilnehmer dagegen klagen. Dann müssten die Schilder möglicherweise auf Kosten der Stadt wieder entfernt werden.

Auch Bezirksbürgermeister Hasenclever hat wenig Hoffnung, dass den Anwohnern an der Spieckerlinde in der Sache geholfen werden kann. Bislang habe es in dem Bereich nur Unfälle mit Blechschäden gegeben, deshalb gelte dieser Abschnitt der L 411 nicht als Unfallschwerpunkt.

Bei Anwohner Bramstedt schleicht sich derweil der Eindruck ein, dass in der Sache mit „zweierlei Maß gemessen“ werde. So gebe es etwa eine Tempo-50-Zone im weiteren Verlauf der L 411 im Bereich des Remscheider Tierheims. Und auch an der L 527 im Bereich der Parkhausausfahrt der Firma Vorwerk bestehe eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 Stundenkilometern. Auch die sei doch offenbar durch die Stadt eingerichtet worden.

Stadtsprecher Eiting erklärt gegenüber der WZ, dass es sich bei diesem Tempolimit um eine temporäre Einschränkung handle, die im Zusammenhang mit den Bauarbeiten am Firmenstandort gestanden hätten. Offenbar sei die Verwaltung noch nicht darüber informiert worden, dass die Beschilderung nun wieder entfernt werden könne, sagt Eiting. Mitarbeiter der Stadt würden den Sachverhalt nun klären.