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Anträge auf neue Regelung für Radfahrer bei Einbahnstraßen in Ronsdorf

Verkehr : Anträge auf neue Regelung für Radfahrer bei Einbahnstraßen in Ronsdorf

Radfahrer sollen in zwei Einbahnstraßen in Ronsdorf nicht länger entgegen der Fahrtrichtung unterwegs sein dürfen. Gegen diese Forderung, die in der BV Ronsdorf zur Abstimmung steht, regt sich Widerstand.

. Der beidseitige Radverkehr soll in Ronsdorf in den Einbahnstraßen Kocherstraße und Hordenbachstraße rückgängig gemacht werden. Das jedenfalls beantragen jeweils FDP und SPD bei der BV-Sitzung am Dienstag, 16. Februar, und begründen dies mit der Sicherheit der Radfahrer. Außerdem seien in der Hordenbachstraße viele Parkplätze weggefallen, so Sabrina Beckmann, Fraktionssprecherin der SPD, in dem Antrag.

Gerade der Bereich nach der Kurve, in der durch die Steigung hohes Tempo entsteht, sei schlecht einsehbar und der Fahrradbedarfsstreifen ende direkt nach der Kurve in Parkplätzen. Des Weiteren sei die Parallelstraße Blaffertsberg angenehmer zu nutzen. Ebenso im Falle der Kocherstraße biete der parallelverlaufende Weg eine besser Alternative, erklärt Martina Hafke, Vorsitzende der FDP-Fraktion.

Rainer Widmann: Freigabe von Einbahnstraßen für gegenläufigen Radverkehr vereinfachen

Mit großem Unverständnis reagierte der deutschlandweit erste Beauftragte für Fuß- und Radverkehr und ehemalige Abteilungsleiter für Verkehrsplanung in Wuppertal, Rainer Widmann, auf die Anträge. „Gerade in Zeiten, wo vermehrt Menschen das Fahrrad sogar bei bitterer Kälte nutzen, ist es für mich völlig irreal, die kleinen Verbesserungen zurückzunehmen. Im Gegenteil, diese moderne Art der innerstädtischen Fortbewegung muss viel mehr als bisher gefördert werden, weil wir nur mit mehr Radverkehr die ambitionierten Klimaziele erreichen können“, betont Widmann.

Das Verfahren zur Freigabe von Einbahnstraßen für den gegenläufigen Radverkehr sollte vereinfacht werden, meint er. Weitere wichtige Maßnahmen zur Förderung seien die Anlegung von Radwegen an allen Verkehrsstraßen, die Freigabe aller Tempo-30 Zonen für den Radverkehr in beiden Richtungen und die Einrichtung von Fahrradboxen zum sicheren Unterstellen gerade der teuren E-Bikes, die aber wie geschaffen für Wuppertal seien.

IG Fahrradstadt möchte Freigabe weiterer Einbahnstraßen auch rund um den Bandwirkerplatz

Christoph Grothe von der IG Fahrradstadt Wuppertal befürwortet die Öffnung von Einbahnstraßen für den gegenläufigen Radverkehr. „In 30er-Zonen sollten freigegebene Einbahnstraße die Regel sein. Bisher gab es in Wuppertal keinen Unfall, der auf diese Regelung zurückzuführen ist“, so Grothe. Die von FDP und SPD dargestellten Gefahrensituationen könne er nicht nachvollziehen. „Im Fall der Hordenbachstraße würden die IG Fahrradstadt eine Verlängerung des Fahrradbedarfstreifen empfehlen, bei dem freigegebenen Teil der Kocherstraße herrschen gute Sichtverhältnisse.“ In Ronsdorf befürwortet Grothe schnellstmöglich die Freigabe weiterer Einbahnstraßen für den gegenläufigen Radverkehr, beispielsweise rund um den Bandwirkerplatz.