Ansturm auf die Elberfelder City

Ansturm auf die Elberfelder City

Der verkaufsoffene Sonntag sorgte für gute Umsätze und Leben in der Stadt.

Wuppertal. Ein buntes Kleid mit Blumenmuster soll es werden, danach sucht Anastasia schon fast eine Stunde und kämpft sich durch die vielen Kleiderstangen in dem Geschäft einer Bekleidungskette in Elberfeld: „Es ist so furchtbar voll hier, da werde ich nie das Richtige finden“, sagt sie ein wenig verzweifelt.

Der verkaufsoffene Sonntag in der Elberfelder City zieht die Wuppertaler in die Geschäfte. Schon lange bevor die Läden öffnen werden die Parkplätze knapp und auch die Cafés sind zumeist gut besucht. David Merz hat es sich mit Freunden und einem Milchkaffee erst einmal bequem gemacht: „Wenn die Geschäfte dann offen sind, ziehen wir langsam los.“ Den verkaufsoffenen Sonntag genießt der Fitnesstrainer: „Von mir aus könnten es ruhig mehr verkaufsoffene Sonntage sein. Der Sonntag ist sonst meistens einfach nur langweilig.“

Ganz anderer Meinung ist da Manni Eisenach: „Alles Quatsch. Wer muss denn jeden Tag in der Woche in die Stadt? Ich bin heute nur als Begleitung zum Tüten tragen, aber ich brauch das nicht jeden Sonntag.“ Eher zufällig sind Nadine Müller und Felix Kuberski in den verkaufsoffenen Sonntag getrudelt. Vom Brunch mit der Familie führte der Weg durch die Stadt: „Man braucht den verkaufsoffenen Sonntag nicht unbedingt, aber es belebt die Stadt. Es ist mehr los als sonst“, sagt Kuberski.

Und auch Mutter Ilona Conrad und Tochter Christina machen nach dem Brunchen einen kleinen Stadtbummel: „Wir sind heute ohne unsere Männer unterwegs, jetzt schlendern wir noch ein wenig durch die Stadt — aber ich würde sonst unter der Woche einkaufen gehen. Ich finde nicht, dass man sonntags einkaufen muss“, sagt Ilona Conrad. Trotzdem wollen sie die Augen nach ein paar Schuhen für Mutter Ilona offen halten.

In der Rathaus Galerie geht es ein wenig ruhiger zu. Hier und da schlendern die Leute vorbei, holen sich ein Eis. „Ich nutze die Rathaus Galerie, um mir den Weg abzukürzen. So richtig attraktive Geschäfte finde ich hier nicht für mich“, sagt Sonja Lonken. Die Einzelhändler machen trotzdem zufriedene Gesichter, die Schlangen an den Kassen sind lang und auch Anastasia ist fündig geworden. Einige Geschäfte weiter steht sie mit einem Eis vor dem Schaufenster, mit vielen Tüten in den Händen: „Ein Kleid habe ich gefunden, jetzt brauche ich aber noch die passenden Schuhe und eine Handtasche“, sagt sie lachend und stürzt sich wieder in die vollen Straßenzüge der Elberfelder City.

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