Anori: Ein weißer Winzling, so groß wie ein Meerschweinchen

Anori: Ein weißer Winzling, so groß wie ein Meerschweinchen

Am 4. Januar kam das Eisbärenmädchen zur Welt. Damit beenden Mutter Vilma und Vater Lars eine mehr als 16-jährige Wartezeit.

Wuppertal. Kuscheln, das ist momentan die Lieblingsbeschäftigung von Eisbärendame Vilma und ihrer Tochter Anori. Am 4. Januar kam das Mädchen im Wuppertaler Zoo zur Welt. Ihre Eltern sind die neunjährige Vilma, die im Dezember 2010 nach Wuppertal kam, und der 18-jährige Lars, der seit rund zwei Jahren im Zoo lebt. Für die beiden ist die Kleine der erste gemeinsame Nachwuchs.

Jerka, die Vorgängerin von Vilma, bekam trotz zahlreicher Versuche kein Jungtier. Sowohl mit Boris als auch mit seinem Nachfolger Lars klappte die Kinderplanung einfach nicht. Vilma und Lars beenden jetzt das 16 Jahre lange Warten auf Eisbärennachwuchs im Wuppertaler Zoo.

„Wir freuen uns sehr“, sagte Biologe Andreas Haeser-Kalthoff vom Wuppertaler Zoo am Dienstag gegenüber der WZ. Mutter und Kind bleiben bis Anfang April hinter den Zoo-Kulissen in ihrer Wurfbox. Bis dahin muss Vilma mit Luft und Liebe auskommen, zu fressen wird es für sie nichts geben: „Das ist auch in der Natur so üblich. Die Mütter ziehen sich mehrere Wochen mit ihrem Nachwuchs in eine Schneehöhle zurück“, erklärt Haeser-Kalthoff. Ihren Vater Lars wird die kleine erst mal nicht kennenlernen. Anfang April werden sie und ihre Mutter die kleine Eisbärenanlage beziehen, Lars bleibt im größeren Gehege. Die kleine Anori verzögert den Ausbau der Eisbärenanlage — sie wird mindestens zwei Jahre von der Mutter gesäugt. „In dieser Zeit werden wir die Erweiterung vermutlich nicht anpacken“, sagt Haeser-Kalthoff.

Die Aufzucht des Eisbärenmädchens steht jetzt im Vordergrund. Mutter Vilma macht ihren Job bisher gut — aber der Biologe warnt: „Wir sind noch in einer empfindlichen Phase.“ Anori hat noch nicht einmal die Augen geöffnet. Mit spätestens vier, fünf Wochen wird sie den ersten Blick auf ihre liebevolle Mama werfen können. Einen Rekord hat die Kleine in jedem Fall schon erreicht: Noch nie ist ein Wuppertaler Eisbärenjunges der Öffentlichkeit so früh vorgestellt worden. Das verdankt sie wohl ihrem Halbbruder Knut.

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