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Annäherung ans Ende des Lebens

Annäherung ans Ende des Lebens

In einem „Letzte-Hilfe-Kurs“ lernen die Teilnehmer Fakten und Hilfen zur Begleitung Sterbender kennen.

„Sie sind alle Heldinnen und Helden!“ Mit diesem Lob begrüßte Pfarrerin Sylvia Wiederspahn die Teilnehmer des „Letzte-Hilfe-Kurses“ des Christlichen Hospizdienstes im Wuppertaler Westen. Damit meinte sie den Mut, sich mit dem Tabu-Thema Tod und Sterben zu befassen.

Die umfassende Betrachtung ist den beiden Referentinnen Sylvia Wiederspahn, Pfarrerin, und und Christel Brinkmann, Koordinatorin des Hospizdienstes, wichtig: Es geht um medizinische Aspekte, aber auch um soziale, psychologische und kulturelle Fragen.

Christel Brinkmann erklärte: „Letzte Hilfen meint Maßnahmen zur Linderung von Leid und zur Erhaltung oder sogar Verbesserung von Lebensqualität.“ Der Kurs wurde von dem Palliativmediziner Georg Bollig entwickelt und beinhaltet viele Gedanken aus der Hospizbewegung. Diese will den Tod wieder als Teil des Lebens betrachten und Sterbenden möglichst viel Selbstbestimmung ermöglichen.

Die zehn Teilnehmer — zwei Männer, acht Frauen — hatten unterschiedliche Gründe für ihren Kursbesuch: Sie haben schon Todesfälle erlebt, pflegen derzeit Angehörige, haben beruflich mit Schwerkranken zu tun oder interessieren sich für den Hospizdienst.

Sylvia Wiederspahn und Christel Brinkmann vermitteln Informationen über Symptome des Sterbeprozesses und mögliche Hilfen: Medizinische Mittel können Schmerzen lindern, das Atmen erleichtern. Aber auch Massagen oder Düfte können helfen. Wichtig sei ganz oft: nichts tun, aber da sein. Auch wenn das vielen erst einmal schwer falle.

Mit Interesse hörten die Kursteilnehmer von den Möglichkeiten zur vorsichtigen Mundpflege, wenn die Schleimhäute austrocknen. Spezielle Stäbchen können dafür in Wasser getunkt, aber auch in Cappuccino oder Rotwein, wenn es dem Betroffenen gefällt.

Rituale können dem Sterbenden helfen, es brauche aber Fingerspitzengefühl: Christel Brinkmann berichtet, dass sich einige religiöse Rituale wünschen, andere sie ablehnen. Sie erzählt, wie sie einer Sterbenden einmal eine große Freude machen konnte, indem sie mit ihr ein Kirchenlied sang. Weil sie selbst keine große Sängerin ist, rief sie die Melodie per Handy über einen Internet-Dienst auf.

Es gab Informationen über Palliativstationen und Palliativ-Pflegedienste, die Bedeutung von Patienten-Verfügung und Vorsorge-Vollmacht. Sylvia Wiederspahn machte deutlich: „Es gibt oft nicht den richtigen Weg.“ Beide Referentinnen forderten auf, sich in der Familie miteinander über Tod und Sterben zu unterhalten — damit man voneinander wisse, was einem wichtig ist. Sie ermutigen auch dazu, nach dem Tod Abschiedsrituale zu vollziehen. Auch Begräbnismöglichkeiten sind Thema in ihrem Vortrag.

„Sehr lehrreich, sehr interessant“, sagt eine Teilnehmerin zum Abschluss. „Sehr zufrieden“ ist Brigitte Hauser. „Da ist ein kleiner Einstieg ins Thema.“ Ihr Mann Dirk ergänzt: „Es ist interessant, was man selbst machen kann.“