Andächtige Zuhörer in der Kirche am Kolk

Andächtige Zuhörer in der Kirche am Kolk

Die „Himmelstöne“ waren eine gelungene Eröffnung der Sommerabendkonzert-Reihe.

Zentrum. Das war ein würdiges Eröffnungskonzert. In der Alten lutherischen Kirche am Kolk erklangen zu den 22. Sommerabendkonzerten bei Kerzenschein „Himmelstöne — in Konzert und Oper“. Der Düsseldorfer Andreas Elias Post, Bariton und Thorsten Andreas Pech, Orgel waren die beiden Interpreten und boten musikalisch ein harmonisches Ganzes. Neben der Oper hegt Post eine große Leidenschaft für geistliche Musik und das war zu spüren. Problemlos füllte sein kraftvoller Bariton die Kirche und die zahlreichen Zuhörer genossen in andächtiger Stille und oft mit geschlossenen Augen. Mal kraftvoll, dann wieder voller Leichtigkeit schien seine Stimme wie aus weiter Ferne zu kommen, so bei dem „Gebet des Wolfram: O holder Abendstern“ aus der Oper „Tannhäuser“ von Richard Wagner.

Viele andere Opernkomponisten haben Werke für die Kirche geschrieben für Chor und Orchester, auch in kleineren Formaten für Solisten. Gleichzeitig ließen sie kirchenmusikalische Elemente in ihre Opern einfließen. Einen Querschnitt davon gab es bei dem Konzert zu hören, von der späten Klassik eines Ludwig van Beethoven bis zur ausgehenden Romantik eines Pietro Mascagni. Ein Höhepunkt war sicher die Darbietung von „Panis angelicus“ (Engelsbrot) des französischen Komponisten Cesar Franck. Seit rund 40 Jahren ist Pech inzwischen als Konzertorganist tätig. An der Klais-Orgel in der Kirche am Kolk ist er regelmäßig zu hören, ebenso an der Wilhelm Sauer Orgel aus dem Jahr 1898 in der Friedhofskirche. Auch wenn beim Konzert vielleicht nicht alle Stücke bekannt waren, der „Abendsegen und Pantomime“ aus der Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck war es bestimmt und bei seinem Orgel-Solo bewegten sich viele Lippen. Lautlos wurde mitgesungen: „Abends will ich schlafen gehen, 14 Engel um mich stehn...“ Andreas Elias Post und Thorsten Andreas Pech kamen bei langanhaltendem Applaus nicht an einer Zugabe vorbei.

Schon im Vorfeld der Konzerte kann sich ab 17.15 Uhr im Gemeindesaal Schöne Gasse 5 mit einem Glas Sekt oder Selters zur Einführung getroffen werden. Die Ausführenden führen mit Informationen in das jeweilige Programm und präsentieren die Instrumente technisch und klanglich. Die Konzerte sind kostenlos, um eine Spende wird gebeten, damit Erhalt und Qualität der kirchenmusikalischen Arbeit gewährleistet bleibt.

Das nächste Konzert ist am Samstag, 28. Juli. Unter dem Titel „Orgelkonzert“ spielt der Erfurter Wieland Meinhold Werke von Bach, Liszt und Meinhold. Am Samstag, 11. August heißt es „Marimbakonzert“ mit dem Detmolder Fumito Nunoya und zum Abschluss der Reihe spielen der Weimarer Andreas Lehmann und Thorsten Andreas Pech zu „Violine und Orgel“ Werke von Couperin, Dandrieu und Rheinberger. Beginn ist jeweils um 18 Uhr.

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