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Analyse: Schlechte Noten für die Stadt

Analyse: Schlechte Noten für die Stadt

Wuppertal verliert im Vergleich zu anderen Städten. Besonders schwach: die Zukunftsfähigkeit. Die jüngste Prognos-Studie hat der Stadt ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt: Wuppertal belegt Platz 330 von den insgesamt 439 Städten und Kreisen in Deutschland.

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p class="text"><strong>Wuppertal. Der Kampf um die besten Köpfe wird in ganz Deutschland härter. Die Bevölkerung schrumpft und Städte und Regionen stehen in knallhartem Wettbewerb untereinander. Wuppertal wird nicht umhin kommen, sich für diesen Wettbewerb besser aufzustellen. Die jüngste Prognos-Studie hat der Stadt ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt: Wuppertal belegt Platz 330 von den insgesamt 439 Städten und Kreisen in Deutschland. Die Stadt ist im Vergleich zu 2004 um fast 80 Plätze abgerutscht.

Die Methodik und ihre Auswirkungen

Der Prognos Zukunftsatlas gilt als eine der professionellsten Studien, die die wirtschaftliche Stärke und auch die Zukunftaussichten für Städte analysiert und bewertet. Dabei werden die Faktoren Demografie, Arbeitsmarkt, Wettbewerb und Innovation sowie Wohlstand und soziale Lage bewertet (siehe Kasten). Während Wuppertal im Gesamtranking wie gesagt auf Platz 330 steht, ist insbesondere die Dynamik der Stadt noch geringer. In diesem Bereich belegt Wuppertal sogar nur Platz 421.

Die Schufa hat in ihrem jüngsten Verschuldungsindex für das Jahr 2005 die Wuppertaler auf Rang 425 platziert. Auch bei diesem Ranking stehen 439 Kreise und Städte im Wettbewerb. Noch im Jahr 2004 hatte die Stadt den Rang 420 belegt und sich damit sogar gegen 2003 (Rang 422) verbessert. Dieses kurze Zwischenhoch konnte den Trend nicht verbergen: In Wuppertal sind immer mehr Menschen nicht einmal mehr in der Lage, ihre laufenden Zinsen zu bedienen.

Der wirtschaftliche Aufschwung indes hat auch das Tal erreicht, die Arbeitmarktzahlen verbessern sich in atemberaubender Geschwindigkeit. Die Arbeitslosenquote ist im April auf 12,9 Prozent gesunken, 23 218 Menschen waren arbeitslos - etwa 5000 weniger als im Vergleich zum Vorjahresmonat. Allerdings stellt sich der Arbeitsmarkt als gespalten dar: Während Unternehmen in der Metallbranche boomen und händeringend Fachkräfte suchen, spüren Ungelernte und Ältere die Belebung kaum. Der Job-Boom ruht vorrangig auf den Schultern der Metaller.