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Ampel-Diskussion: Warum die Stadt bei Gelb rot sieht

Ampel-Diskussion: Warum die Stadt bei Gelb rot sieht

In einem Bericht für den Verkehrsausschuss spricht sich die Stadt entschieden gegen eine Umstellung ihrer gut 1000 Ampeln für Fußgänger aus.

Wuppertal. Sind Wuppertals Fußgängerampeln sicher? Bei der Beantwortung dieserFrage sind sich viele WZ-Leser einig. Nach einem Prüfantrag von SPD undCDU im Verkehrsausschuss hat die WZ die Überwege im Stadtgebiet zumThema gemacht - mit großer Resonanz auch im Online Forum: Mehr als 60Prozent der Teilnehmer sprachen sich für Nachbesserungen anFußgängerampeln aus und zeigten sich mit der Situation auf WuppertalsStraßen entsprechend unzufrieden. Jetzt bezieht das Verkehrsressort derStadt Stellung - und spricht sich in einem Bericht für denVerkehrsausschuss (der Sitzungstermin ist heute) gegen eine Einführungdes Düsseldorfer Modells aus, das eine Gelbphase auch für Fußgängervorsieht. Unsicherheit durch fehlendes WissenEin Teil der "gelegentlichen Unsicherheiten" an Fußgängerüberwegengehe "in erster Linie auf fehlendes Wissen zurück", heißt es imPrüfbericht. Der Beginn der Rotzeit für Fußgänger bedeute nichtsanderes, als dass Fußgänger auf der Straße den Überweg zu räumen habenund Fußgänger an der Straße diese dann nicht mehr betreten dürfen. Grünsignal und RäumphaseRichtig sei, dass die "Dauer der Grünzeit so bemessen sein soll,dass alle wartenden Fußgänger losgehen können." Laut Ampel-Richtliniesoll die Dauer der Grünzeit ausreichen, um die halbe Überweglänge zupassieren." Danach beginnt mit dem Rotlicht die angesprocheneRäumphase. Grün für Fußgänger heiße also nichts anderes als "losgehen"oder "weitergehen" - unabhängig von der Dauer der Überquerung. Düsseldorfer Dauerversuch begann im Jahr 1953Während sich die bestehende Ampelregelung bundesweit bewährt habe,handele es sich beim Düsseldorfer Modell mit einer Gelbphase fürFußgänger um einen Verkehrsversuch aus dem Jahr 1953, der "formell niebeendet wurde" und damit bis heute Bestand hat: "Der Rückbau inDüsseldorf wäre so aufwendig, dass ein Ende des Versuchs bisher nichtthematisiert wurde", heißt es in der Stellungnahme der Stadt Wuppertalwörtlich. Und weiter: "Auf Anfrage der örtlichen Straßenverkehrsbehördewurde aus Düsseldorf signalisiert, dass eine Ausweitung desVersuchsraums auf Wuppertal abgelehnt würde." 1,3 Millionen Euro würde die Umrüstung kostenBei ihrer Ablehnung des Düsseldorfer Modells argumentiert die Stadtnicht zuletzt mit hohen Kosten und langen Umsetzungszeiten: Demnachwürde die Umrüstung der tausend Ampeln in Wuppertal etwa 1,3 MillionenEuro kosten und vier bis fünf Jahre beanspruchen. "Neben den Kostenlöst diese Alternative nur Teilaspekte, die sich im Wesentlichen aufdas unsichere Gefühl mancher Fußgänger beziehen und nicht dazubeitragen werden, dass eine tatsächliche Gefährdung für Fußgänger inWuppertal beseitigt wird."Bei ihrer Ablehnung des Düsseldorfer Modells argumentiert die Stadtnicht zuletzt mit hohen Kosten und langen Umsetzungszeiten: Demnachwürde die Umrüstung der tausend Ampeln in Wuppertal etwa 1,3 MillionenEuro kosten und vier bis fünf Jahre beanspruchen. "Neben den Kostenlöst diese Alternative nur Teilaspekte, die sich im Wesentlichen aufdas unsichere Gefühl mancher Fußgänger beziehen und nicht dazubeitragen werden, dass eine tatsächliche Gefährdung für Fußgänger inWuppertal beseitigt wird." Maßnahmenpaket für die ZukunftDer Sachstandsbericht listet mit Blick auf den Prüfantrag außerdemeine Reihe von "Maßnahmen zur Verbesserung der Fußgängersicherheit" auf- unter anderem durch Blindenakustik, betriebssichere Bedientasten,Verlängerung der Fußgänger-Räumzeiten und Verkürzung der Wartezeitenbei der Neuplanung der grünen Wellen. Der Sachstandsbericht listet mit Blick auf den Prüfantrag außerdemeine Reihe von "Maßnahmen zur Verbesserung der Fußgängersicherheit" auf- unter anderem durch Blindenakustik, betriebssichere Bedientasten,Verlängerung der Fußgänger-Räumzeiten und Verkürzung der Wartezeitenbei der Neuplanung der grünen Wellen. Mehr Beschwerden über Rotlicht-SünderAls weitere Maßnahmen regt die Stadtverwaltung Informationen fürKinder und Senioren sowie Aufklärungsaktionen an. Eindeutig wird dasPapier mit Blick auf Rotlichtsünder hinter dem Steuer: "Es gibt vonSchulkindern und den Eltern zunehmend Beschwerden, dass an bestimmtenStellen das Rotlicht missachtet wird", heißt es wörtlich. Dort könne"nach Auswertung von mobilen Spezialmessungen die Ausrüstung mitstationären Rotlichtanlagen erforderlich werden." Hinzu komme, dass"Maßnahmen zur Rotlichtüberwachung verstärkt gefragt sind." Das sehen viele WZ-Leser auch so: Wie berichtet, wird gerade anFußgängerwegen immer wieder beobachtet, dass Auto- und Lkw-Fahrer auchbei Rot fahren - vorsätzlich und selbst bei "dunkelrot". Angesichtsbegrenzter Kapazitäten bei Polizei und Stadt kommen an BrennpunktenÜberwachungen durch spezielle Ampel-Starenkästen ins Spiel. NACHBESSERUNGEN
Problem-Ampeln: Im Zuge der Diskussionen in den vergangenenWochen haben die WZ-Leser einige Fußgängerüberwege genannt, an denenaus ihrer Sicht gehandelt und nachgebessert werden muss. Dazu gehörendie Ampeln und Überwege in folgenden Bereichen: Alter MarktBahnstraße/Kaiserstraße Berliner Straße/HügelstraßeFischertal/Winklerstraße Friedrich-Engels-Allee (Höhe Besenbruchstraßeund Adolfstraße) Hans-Böckler-Straße/Kurt-Schumacher-StraßeKarlstraße/Friedrichstraße Kreuzstraße/Gennebrecker Straße LangerfelderStraße Höhe Spitzenstraße Nevigeser Straße (unter anderem amElisabethheim) Steinbeck/Südstraße Wicküler Park