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Am Samstag beginnt die Saison im Wuppertaler Selbsterntegarten

Saisonstart : Am Samstag beginnt die Saison im Selbsterntegarten

Auch zwischen den Beeten und in den Parzellen müssen die Abstandsregeln eingehalten werden. Außerdem werden die Gartengeräte häufiger desinfiziert.

Selbst angebautes Gemüse liegt gerade in Corona-Zeiten voll im Trend. Salat, Kohlrabi oder Sellerie kommen ohne lästige Warteschlange vor dem Supermarkt knackig frisch auf den Tisch. Außerdem ist die körperliche Betätigung im Grünen eine Wohltat für alle, denen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt. Doch die Möglichkeit zum Anbau hat nicht jeder und ein eigener Kleingarten ist mit hohen Kosten verbunden. Eine praktische und wesentlich günstigere Alternative ist die Anmietung eines Selbsterntegartens. Dort lockt mit überschaubarem Aufwand ebenfalls eine reiche Ernte.

Angeboten werden die kleinen Anbauflächen etwa vom Gut zur Linden im Wuppertaler Westen. Hier können vorgepflanzte Parzellen bis in den Spätherbst bewirtschaftet werden. Die Nutzer kümmern sich um die Pflege und können die Aussaat mit ihrem Lieblingsgemüse ergänzen. Das Konzept „GartenLust“ läuft bereits im sechsten Jahr als Kooperationsprojekt mit dem Verein „Neue Arbeit Neue Kultur Bergische Region“. Am Samstag wird die Saison eröffnet. Das Interesse ist diesmal besonders groß. Viele der rund 50 Mini-Gärten sind schon vergeben, es gibt aber noch freie Plätze.

Beim Gemüseanbau gilt aber wie derzeit überall: Abstand halten. „Das ist kein Problem, da die Parzellen ohnehin weit genug auseinander liegen“, sagt Kathrin Bröcker vom Gut zur Linden. Außerdem gebe es drei Eingänge und die Zahl der Gartengeräte sei erhöht worden. Nach dem Gebrauch würden deren Griffe desinfiziert. Das Tragen eines Mundschutzes sei bei der Gartenarbeit nicht zwingend vorgeschrieben und werde den Nutzern freigestellt. „Wir sind ja an der frischen Luft mit genug Abstand“, so Kathrin Bröcker. Sie freut sich über das Interesse gerade von jungen Familien. Dadurch könne der Nachwuchs spielerisch an das Konzept der gesunden Ernährung herangeführt werden. Auch die kleinen Nutzer müssen sich allerdings an die Abstandsregeln halten und auf ihrer Parzelle bleiben.

Das Motto lautet: „Leben im Einklang mit der Natur“

Zusätzlich zum Spaß am Gärtnern soll das Projekt einen Beitrag zum Leben im Einklang mit der Natur leisten. Das bedeutet aber eben auch, die Widrigkeiten von Wind und Wetter zu akzeptieren. Die Hobbygärtner müssen außerdem die Bereitschaft zur regelmäßigen Pflege mitbringen. Zwei- bis dreimal in der Woche sollten sie schon vor Ort sein. Dann wird Unkraut gezupft und das Gemüse gegossen. „Für mich ist das eine schöne Abwechslung und eine super Möglichkeit zur Selbstversorgung“, sagt Nutzer Jens Blau. Er ist schon im dritten Jahr dabei. „Die Ernte war bisher immer gut und daraus ergeben sich dann kreative Ideen für neue Rezepte“, erzählt Blau.

Gemüse angebaut wird in Wuppertal auch zentrumsnah. Ein Beispiel dafür ist der Inselgarten an der Diakoniekirche in der Wuppertaler Nordstadt. Hier ist eine kleine grüne Oase entstanden, in der die Gartenarbeit im urbanen Umfeld gepflegt wird. Mit Einschränkungen ist das auch weiterhin möglich. „Unsere Hochbeete ermöglichen es, mit ausreichend Abstand voneinander zu gärtnern“, sagt Michael Felstau von der Initiative. Auf die Einhaltung der Sicherheitshinweise und Hygienemaßnahmen werde großen Wert gelegt.