Aufruf: Am Freitag das Auto einmal stehenlassen

Aufruf: Am Freitag das Auto einmal stehenlassen

Viele Aktionen zum autofreien Tag: Schüler-Sternfahrt und Sonderfahrt der Critical Mass.

Wuppertal. Der 22. September ist weltweit zum autofreien Tag erklärt worden. Am kommenden Freitag macht auch Wuppertal wieder mit. Verbunden ist damit der Aufruf, sein Fahrzeug einfach mal stehenzulassen. Im vergangenen Jahr kamen dem bei der Premiere im Tal aber nur wenige Autofahrer nach. Diesmal hoffen die Organisatoren auf mehr Resonanz.

Im Gegensatz zu 2016, als nur die sechsten und siebten Klassen des Gymnasiums Bayreuther Straße und der Gesamtschule Uellendahl-Katernberg mitmachten, sind diesmal deutlich mehr Schulen dabei. Die Gesamtschulen Langerfeld, Else-Lasker-Schüler und Barmen sowie die Gymnasien Sedanstraße, Vohwinkel, Johannes Rau und Carl Fuhlrott beteiligen sich. „Die Schüler stehen mit vollem Herzen hinter der Aktion“, sagt Lehrerin Lisbeth Bakker, die neben Tobias Freitag den autofreien Tag organisiert. Unter anderem verteilten die Jugendlichen in ganz Wuppertal Handzettel und hängten Plakate auf.

Damit diejenigen, die auf ihr Auto aber nicht verzichten können oder wollen, auch am Freitag etwas mitbekommen, haben die Schüler eine Fahrrad-Sternfahrt organisiert. Zuerst geht es zum Cinemaxx und von dort gegen 14 Uhr zur Langerfelder Gesamtschule (Ankunft gegen 15.30 Uhr). Als Höhepunkt wird dort um 16.30 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema „nachhaltige Mobilität“ stattfinden. Unter anderem sind Politiker und der Projektleiter des Wuppertal Instituts eingeladen. Zwei Schülerinnen moderieren die Veranstaltung.

„Was die Jugendlichen da auf die Beine stellen, ist wirklich beeindruckend engagiert und hat Hand und Fuß!“, sagt Freitag. Wer sein Auto stehenlassen will, aber kein Fahrrad als Alternative hat, dem kann geholfen werden: Im Bahnhof Mirke verleiht Utopiastadt am Freitag ab 5 Uhr morgens kostenfrei Räder.

Kein Thema sind übrigens Fahrverbote, um einen autofreien Tag noch besser durchzusetzen. Im Nachklang zur Premiere im vergangenen Jahr kam die Idee auf, Teile des Wuppertaler Stadtgebietes für Kraftfahrzeuge ein paar Stunden, zu sperren. Exemplarisch wurden die Nordstadt, das Barmer Zentrum und das Areal rund um den Mirker Bahnhof genannt. Dem erteilte die Wuppertaler Verwaltung allerdings eine Absage. Das Ressort Straßen und Verkehr sei aber in Abstimmung mit dem Rechtsamt zu dem Ergebnis gekommen, dass die Straßenverkehrsordnung (StVO) für derartige Veranstaltungen keine rechtliche Grundlage biete, heißt es in der Vorlage zur jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses.

Die Sternfahrt werde aber ausdrücklich vom Verkehrsausschuss unterstützt, erklärte dessen Vorsitzender Volker Dittgen.

Dass es kein Fahrverbot am 22. September gibt, „damit kann ich gut leben“, sagt Christoph Grothe von der IG Fahrradstadt. Verbote seien auch gar nicht das Ziel. Vielmehr sollten die Menschen an diesem Tag angeregt werden, das Auto stehenzulassen.

Parallel zu den Veranstaltungen wird es auch eine „Critical Mass“ durch die Innenstadt geben, an der sich möglichst viele Radfahrer beteiligen sollen. Treffpunkt ist am Freitag um 19 Uhr am Cinemaxx (Kluse).