Altes Pumpenhaus in Wuppertal wird zum Restaurant umgebaut

Gastronomie : Pumpenhaus wird zum Restaurant

Reinhard Schiele und seine Frau Corinna haben fünf Jahre lang an dem Konzept gefeilt.

Man brauchte schon einige Fantasie, um sich das ehemalige Pumpenhaus am Theodor-Schröder-Weg 10, nahe der kleinen Herbringhauser Talsperre als Ausflugslokal und Wanderergaststätte vorzustellen. Reinhard Schiele, Schauspieler mit Kochausbildung, hatte die nötige Vorstellungskraft und machte sich zusammen mit Ehefrau Corinna seit 2013 ans Werk, das marode Industriedenkmal („In einem baulich ungenügenden Zustand“, charakterisierten die Eigentümer, die Stadtwerke, ihr Pumpenhaus), vollgestopft mit nicht mehr benötigten Pumpen und ausrangierten technischen Geräten, in ein gemütliches Lokal zu verwandeln. Das wartet nun seit dem 30. November nahe der wildromantischen Wupper, die man über eine kleine Brücke überquert, auf Spaziergänger, Wanderer und Ausflügler. Und zwar mit einem Speisenangebot, bei dem wechselnde bodenständige Kost mit einem gewissen Pfiff versehen wird, mit einer rustikalen Vesperkarte und ausgewählten Weinen.

Doch bis es soweit war, standen mehr als fünf Jahre harte Arbeit auf dem Programm. „36 Tonnen Stahl haben wir aus dem Keller nach draußen geschafft“, erzählt Reinhard Schiele und zeigt nach draußen, wo noch einiges von den Pumpen neben dem Haus steht und dort auch besser als bisher geschützt von der Vergangenheit erzählen soll, als noch Wasser von der kleinen in die große Herbringhauser Talsperre gepumpt worden ist.

Aber auch drinnen, im heutigen 39 Personen fassenden Gastraum, mussten die Schieles dem Schutz des Industriedenkmals Tribut zollen. „Das geschah in enger vertrauensvoller Zusammenarbeit mit der Unteren Denkmalbehörde“, sagt Corinna Schiele. Sie arbeitet im Service, während ihr Ehemann kocht. Und zwar mit Leidenschaft: „Bei uns gibt es ausschließlich frische Produkte aus der Region“, kündigt Schiele an und fügt hinzu: „Ich bin schließlich kein Tütenaufreißer.“

36 Tonnen Stahl in Form von alten Pumpen wurden aus dem Keller geholt und zum Teil draußen ausgestellt. Foto: Schwartz, Anna (as)

Vor dem Zuschlag musste erst eine Ausschreibung her

Aber was hat den Schauspieler und Küchenchef dazu inspiriert, in dem kleinen, fast quadratischen Haus am Herbringhauser Bach ein zukünftiges Ausflugslokal zu sehen? „Ganz einfach: meine Frau und ich sind hier früher gern in der herrlichen Natur spazieren gegangen und haben uns gedacht, dass hier eine Gaststätte fehlt, in der Wanderer und Ausflügler sich stärken können. Und da erschien uns das still gelegte Pumpenhaus als genau das Richtige. Wir haben uns an den Eigentümer, die Wuppertaler Stadtwerke, gewandt und unser Interesse bekundet“, erinnert der Gastronom sich. „Bei den WSW wurde das positiv aufgenommen, aber bevor wir den Zuschlag bekamen, musste das Projekt erst ausgeschrieben werden.“

Wie man sieht, war Schiele, der im Rheingau bereits gastronomische Erfahrungen gesammelt hat, der Auserwählte und konnte sich der zwischenzeitlich maroden „Location“ ohne Heizung und funktionierende Wasseranschlüsse mit der ihm eigenen Tatkraft widmen.

Zwar wird derzeit nur an den Wochenenden und an Neujahr geöffnet („Wir waren bisher über den großen Zuspruch der Gäste überrascht“, freut sich Corinna Schiele), doch man fiebert bereits den wärmeren Tagen und umfangreichen Öffnungszeiten entgegen. „Was glauben Sie, wie wunderbar das wird, wenn man an dem rauschenden, renaturierten Bach sitzt und bei Kaffee und hausgemachtem Kuchen oder einer Vesper und einem Glas Wein den Tag oder den Abend genießen kann“, schwärmt Reimund Schiele.

Und weil nicht nur Wanderer und Spaziergängen vorbei- und hereinkommen, sondern auch Reiterinnen und Reiter, wollen die Schieles auch einen „Pferdeparkplatz“ am Pumpenhaus einrichten.