Altenheim Neviandstift wird ab Herbst umgestaltet

Bauarbeiten : Der Ausbau soll im Herbst starten

Im Altenpflegeheim an der Neviandtstraße beginnen die Arbeiten. Die Einrichtung stellt komplett auf Einzelzimmer um.

Die Pläne für den Ausbau des städtischen Altenpflegeheims an der Neviandtstraße liegen schon etwas länger in der Schublade. Der seit einigen Jahren geplante Anbau an das Bettenhaus auf dem Gelände des Heimes soll aber jetzt endlich in Angriff genommen werden. Die Baugenehmigung für den Anbau, der vor dem siebenstöckigen Bettenhaus aus dem Jahr 1970 entstehen soll, werde noch im Laufe des Oktober erwartet, sagte Hans Velske, Architekt beim städtischen Betrieb Alten- und Altenpflegeheime (APH) auf WZ-Anfrage.

Recht zügig solle dann noch in diesem Herbst  – vermutlich im November – mit dem Ausheben der Baugrube und den vorbereitenden Arbeiten für den Anbau begonnen werden. Der Neubau wird nötig, weil laut  aktuellem Wohn- und Teilhabegesetz in NRW die Pflegeheime im Land 80 Prozent der Zimmer als Einzelzimmer vorhalten müssen, die ein eigenes Bad haben oder sich eines mit dem Nachbarn teilen. Neubauten dürfen nur noch mit Einzelzimmern ausgestattet sein. Da auch in dem Altbau Sanierungsarbeiten geplant sind, habe man sich entschlossen, nun in allen Stationen auf Einzelzimmer umzustellen, betonte Velske.

Bis zu 170 Plätze bietet das Altenheim derzeit, durch den Anbau sollen 84 modern ausgestattete Plätze entstehen, in die dann Bewohner aus den Doppelzimmern umziehen – oder die eben neuen Bewohnern zugewiesen werden können. Die Kosten für den Neubau liegen bei rund fünf Millionen Euro.

Die eigentlichen Rohbauarbeiten werden dann vermutlich im kommenden Frühjahr starten. Derzeit stünde die Ausschreibung für diesen Bauabschnitt noch aus, erklärte Velske. Mit etwa einem Jahr Bauzeit für den Anbau wird gerechnet, anschließend sollen die Sanierung und der Umbau der Bestandsgebäude beginnen. Hierfür sind drei Bauabschnitte vorgesehen, die Bauzeit soll ebenfalls bei etwa einem Jahr liegen.

In dem Altbau des Altenpflegeheimes aus dem Jahr 1907 sollen nach dem Umbau keine Bewohnerzimmer mehr untergebracht werden. Hier ist den Angaben zufolge noch unklar, wie das Objekt künftig genutzt werden kann. In der Überlegung sind bei den APH-Verantwortlichen eine Bewohner-WG oder auch die Nutzung durch Büro- und Seminarräume. Ziel ist es auf jeden Fall, den schönen Saal in der ehemaligen Kapelle weiter zu nutzen, hieß es.

Engpässe führten laut Stefan Kühn zur Verzögerung

Analog zu dem Ausbau des Altenpflegeheimes soll auf dem Gelände auch eine Kindertageseinrichtung entstehen. Sie soll auf einem Areal am Hügel hinter den Altbauten errichtet werden. Die Kita soll bis zu sechs Gruppen aufnehmen. Auch für dieses Projekt wird noch im Laufe des Oktober die Genehmigung durch das Bauordnungsamt der Stadt erwartet, sagte Velske.

Die Pläne für den Ausbau des Altenpflegeheimes und der Kita bestehen schon seit einigen Jahren. Nach Angaben des städtischen Sozialdezernenten Stefan Kühn kam es aber immer wieder zu Verzögerungen: So mussten die Planungen aufeinander abgestimmt werden, da auf dem Gelände an der Neviandtstraße gleich zwei Bauvorhaben vorgesehen sind. Zudem habe es „Engpässe“ beim städtischen Gebäudemanagement gegeben.

Das Areal am Rande Elberfelds wird nach den Vorstellungen der Stadt durch den Bau der Kita zudem zu einem „Treffpunkt der Generationen“. Dazu gehört auch, dass in dem vor einigen Jahren verkauften, ehemaligen Haus C auf dem Gelände an der Neviandtstraße Studentenwohnungen entstehen sollen.

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