Stadtentwicklung Eine Lösung für die Zukunft

Wuppertal · Kommentar: Den Zeitdruck hat die Stadt zu verantworten und auch der Vorwurf trifft, dass Schüler als Druckmittel eingesetzt werden. Der Abriss ist aber zu verantworten, meint unser Autor. Denn es gebe eine bessere Lösung für die Hardt als ein Gebäude an der Stelle.

 Aktuell läuft die Asbestsanierung auf der Hardt.

Aktuell läuft die Asbestsanierung auf der Hardt.

Foto: Schwartz, Anna (as)

Der Zeitdruck ist da – und den Schuh muss sich die Stadt anziehen. Dass sich die Verhandlungen mit dem Land über die alte Schule auf der Hardt zogen und zogen, sorgt jetzt dafür, dass schon terminlich aus Sicht der Stadt eigentlich keine Alternative zum Abriss bleibt. Es sei denn, man wolle dem Ganztagsgymnasium Johannes Rau und der Gesamtschule Else Lasker-Schüler noch länger zumuten, in ihren sanierungsreifen Gebäuden zu bleiben. Das lehnen die Schulleitungen aus verständlichen Gründen allerdings ab. Verzweifelte Schüler als Druckmittel? Auch diesen Vorwurf muss sich die Stadt gefallen lassen. Allerdings sind auch die Gegner des Abrisses spät aufgewacht. Die Stadt hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie Tabula rasa auf der Hardt präferiert. Bis auf Brigitte Alexander vom Förderverein Historische Parkanlagen blieb der Proteststurm aber lange Zeit recht lau – erst nachdem der Rat im Juni Grünes Licht gab, nahm er Geschwindigkeit auf. Aufgegeben haben die Gegner noch nicht. Sie werfen der Stadt zum Beispiel vor, mit falschen Zahlen zu hantieren, die Sanierung bewusst zu hoch anzusetzen. Und dann wäre da noch der historische Wert, den sie gerne hervorheben. Ein Denkmal, wie zuletzt die Wuppertalbewegung in ihrer Stellungnahme schrieb, ist der Bau aber gar nicht. Eine Denkmalschutzwürdigkeit ist nicht gegeben. Das sagt übrigens nicht die Stadt, sondern die Fachbehörde des Landschaftsverbandes Rheinland, das Amt für Denkmalpflege. Tenor: Am Bau wurde einfach schon zu viel verändert. Ob ein neuer Antrag nun hilft? Bislang fehlte auch dafür die politische Unterstützung. Und so lange war die Pädagogische Hochschule auch gar nicht auf der Hardt beheimatet, wie es den Anschein hat, wenn die Abriss-Gegner von der langen Tradition, Dietrich Bonhoeffer und einem „Gedächtnisverlust“ erzählen. Grob von Ende der 1950er bis Anfang der 1970er Jahre reichte die Spanne. Und deutlich länger als die Hochschule war die Landesjustizschule auf der Hardt untergebracht. Der breiten Bevölkerung dürfte es egal sein: Mit der Hochschule hat sie vermutlich allein altersbedingt kaum noch etwas zu tun gehabt und die Landesschule war eben eine Landesschule. Von einem Bürgerpark oder ähnlichem auf der Hardt hätten die Wuppertaler sicher mehr, als von einem Bau, für den es außer als Schulausweichquartier keinen rechten Nutzen gibt. Mehr Park als Ergänzung zur bestehenden Parkanlage Hardt: In diese Richtung muss die Stadt planen, wenn die beiden Schulen einmal saniert sein werden und die Container verschwunden sind. Eine hochwertige Lösung, dem Heiligen Berg angemessen.

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