Alte Mälzerei in Wuppertal wird zum Wohnhaus

Immobilien : Alte Mälzerei wird zum Wohnhaus

Am Klingelholl entstehen 13 Wohnungen in dem historischen Gebäude. 2020 sollen die Einheiten bezogen werden können.

Frank Kipker hat schon diverse alte Gebäude in Wuppertal aus dem Dornröschenschlaf geholt, zuletzt am Barmer Mühlenweg das Fachwerk Hotel. Seit drei Monaten arbeitet er an einem neuen Projekt: Am Klingelholl saniert er eine frühere Mälzerei.

Das Gebäude hatte er bereits vor einigen Jahren von Brauereiingenieur Peter von Hemdt gekauft. Der imposante Backsteinbau wurde um 1900 gebaut, steht jedoch nicht unter Denkmalschutz. Viele Jahre lang belieferte die Mälzerei alle umliegenden Brauereien, vor allem die Adler-Brauerei.

„Das ist ein hammermäßiges Fabrikgebäude“, schwärmt der Immobilienentwickler. Gut gelegen ist es außerdem: Die Bushaltestelle befindet sich direkt vor der Tür, eine Kita nebenan, Nahversorger und Autobahnzufahrt ganz in der Nähe.

Zuerst müssen die Bauarbeiter das Gebäude entkernen. Statt der Holzbalkendecken ließ Kipker Stahlbetondecken einbauen. Dabei stellte er fest, dass in den Außenwänden jede Menge Lüftungskamine versteckt waren. „Deshalb mussten wir die Aufleger verstärken“, berichtet Frank Kipker. Im Keller fand er noch einen alten Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg.

Insgesamt sollen auf 1300 Quadratmetern Gebäudefläche 13 Wohnungen mit Flächen zwischen 70 und 110 Quadratmetern entstehen. Alle sind barrierefrei, manche sogar behindertengerecht. Der alte Lastenaufzug wurde schon entfernt, in den Schacht soll bald ein moderner Personenaufzug eingebaut werden. An die Hofseite werden noch Stahlbalkone angebracht – durch die Westseite liegen sie schön in der Nachmittagssonne. Backsteine, die bei den Bauarbeiten entfernt werden mussten, hat Kipker aufgehoben und gesäubert. „Die bauen wir in den Wohnungen wieder ein, um den historischen Charakter des Gebäudes zu betonen.“ Auch die alten Fenster möchte er teilweise innen wiederverwenden.

Frank Kipker rechnet damit, dass die Wohnungen bis Sommer 2020 fertig sind; er arbeitet seit vielen Jahren mit einem festen Team von Handwerkern zusammen, auf die er sich verlassen kann. „Das einzig problematische am Umbau waren die Abstandsflächen“, erzählt er.

Links neben dem Gebäude hat er deshalb eine heruntergekommene Fabrikhalle dazu gekauft und abgerissen. Dort kommen nun Stellplätze für die Mieter hin. Auch ein „sehr großer“ Kinderspielplatz ist laut Kipker vorgesehen. Für die andere Seite hat ihm die Stadtverwaltung eine Ausnahmegenehmigung erteilt.

Am Platz der Fabrikhalle soll etwas später nach hinten versetzt ein neues Achtfamilienhaus entstehen. „Das hebt sich vom Stil her komplett ab“, erklärt Frank Kipker. Dort sind barrierefreie Wohnungen mit 60 bis 85 Quadratmeter großen Wohnungen geplant. Dieses Haus soll im Herbst 2020 fertig werden und erreicht die Energieeffizienzklasse KfW 55.

Beide Gebäude sollen mit Luftwärmepumpen und Solarthermie ausgestattet werden.

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