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Alte Griechische Schule In Wuppertal soll verkauft werden

Bildung : Alte Griechische Schule In Wuppertal soll verkauft werden

Seit Jahren gab es keine Nutzung für das Gebäude an der Uellendahler Straße.

Das Gebäudemanagement der Stadt hat der Grundstückswirtschaft den Auftrag zur Veräußerung der ehemaligen Griechischen Schule in Uellendahl erteilt. Das bestätigt die Pressestelle der Stadt auf Anfrage der WZ.

Seit 2011 steht das ehemalige Schulgebäude leer. Es befindet sich im Besitz der Stadt. Schon im Frühjahr 2019 hat der damalige Chef des Städtischen Gebäudemanagements (GMW), Hans-Uwe Flunkert, dieser Zeitung einen anstehenden Verkauf des Gebäudes angedeutet. Jetzt also ist es tatsächlich fast soweit. Allerdings muss erst einmal ein Preis für Schule und Gelände ermittelt werden. Das wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Es ist jedoch anzunehmen, dass dadurch  Bewegung in die Planungen eines Nahversorgungszentrums am Ort kommen. Im Bereich zwischen den Einmündungen Weinberg und Am Wasserlauf, wo unter anderem bereits ein Rewe-Markt steht und das Laminat-Depot eine Filiale betreibt, soll ein solches entstehen; direkt daneben befindet sich das alte Schulgelände mit seinem Schulbau. Erste Ideen bezüglich dieses Nahversorgungszentrums wurden bereits 2019 präsentiert. In diesem Rahmen wurde auch immer wieder die Zukunft des Schulgeländes thematisiert.

Hans-Joachim Lüppken (CDU), Bezirksbürgermeister von Uellendahl-Katernberg, ist zwar selbst davon überrascht, dass das GMW jetzt recht geräuschlos den Auftrag zur Ermittlung eines Verkaufspreises zwecks späterer Veräußerung erteilt hat, allzu traurig ist er allerdings nicht bezüglich der möglicherweise zu erwartenden Eingriffe ins Stadtteilbild. Wenn ein Investor das Gesamtgelände erschließen und ein Nahversorgungszentrum errichten möchte, dann ist das, so seine Meinung, ein gutes Projekt, von dem der Stadtteil profitieren sollte. „Ich sage es frei heraus: Das alte Schulgebäude ist vollkommen heruntergekommen, ja, es ist versifft“, berichtet Lüppken von einer Hausbesichtigung vor einigen Jahren. „Als wir ins Haus wollten, mussten wir erst einmal Schutzmasken anlegen, da die Decken voll schwarzem Schimmel waren.“ Dass jemand das Gebäude kaufen wird, um es zu sanieren, kann er sich nicht vorstellen.

Einige Ideen für eine mögliche
Nutzung sind bereits im Umlauf

Bis Verkaufspreise errechnet oder gar so etwas wie ein so genannter Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan aufgestellt sind, wird noch einiges an Wasser den angrenzenden Mirker Bach hinunterfließen. Und weil das so ist, hält sich auch die BelMo Gruppe mit Statements auf Anfragen vornehm zurück. Der Immobilienentwickler aus dem rheinischen Monheim hat bereits für das Gelände neben der Schule einige Ideen skizziert. Dazu gehört nicht nur die Errichtung eines Nahversorgungszentrums. Auf dem Areal könnte im hinteren Grundstücksbereich ein Kindergarten entstehen, auch Wohnungen (etwa für betreutes Wohnen) wären vorstellbar. Bezüglich der Schule aber spielt man den Ball an die Verwaltung und politischen Entscheidungsträger zurück. Die müssen über die Zukunft des Schulgeländes entscheiden.

Für ihre nächste Sitzung im August hat die Bezirksversammlung Uellendahl/Katernberg die Stadtverwaltung aufgefordert, sich über die Zukunft des Schulgeländes offiziell zu äußern. Eine treibende Kraft hinter dieser offiziell eingebrachten Forderung ist der Bürgerverein Uellendahl. Deren zweiter Vorsitzender Wolfgang Nicke hält sich mit seiner Meinung nicht zurück: Dass schon der Vorbesitzer des Gebäudes dieses hat herunterkommen lassen, weshalb derart erhebliche Baumängel auftraten, dass der Schulunterricht eingestellt werden und sich die Griechische Schule einen neuen Standort suchen musste, ist für Nicke nur eine Seite der Medaille. „Auf der anderen Seite hat sich die Stadt in all den Jahren, in denen ihr das Schulgebäude inzwischen gehört, auch nicht um den Erhalt des Hauses gekümmert.“

Ideen für eine Nutzung des Gebäudes nach einer Sanierung wurden mehrere vorgetragen. Das Haus hätte etwa der Bezirksversammlung als Heimat dienen können, ein Schulmuseum wurde angedacht. Ein Problem: In die Denkmalliste wurde das Haus nie aufgenommen. Zwar ist die Volksschule 1845 gegründet worden, damit ist es das älteste noch existierende Schulgebäude im Bezirk, es ist aber noch in den 1960er Jahren erweitert worden, so dass nur einige Fassaden noch original sind. Sollten alle Bemühungen des Gebäudeerhaltes scheitern, hofft Wolfgang Nicke, dass die Ur-Fassaden erhalten bleiben und architektonisch in ein neues Gebäude integriert werden.