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Alt, klein und im Osten – Wohnungen, die keiner will

Alt, klein und im Osten – Wohnungen, die keiner will

Statistik 2007: Erstmals legt die Stadt verlässliche Zahlen zu Haushalten und Wohnungsleerständen vor.

Wuppertal. Die Wohnungsleerstands-Analyse 2007 ist ein Fest für die Statistiker im Rathaus, zumindest fachlich gesehen. Um verlässliche Daten zu den Leerständen im Tal zu erhalten, wurden alle Register gezogen, sprich verfügbaren Daten ausgewertet (siehe unten). Das Ergebnis stimmt weniger euphorisch. Wuppertal hat ein Wohnraumproblem. Mehr als 8000 Unterkünfte stehen in Wuppertal leer, gut zwei Drittel davon waren zum Stichtag 15. April 2007 schon seit drei oder mehr Monaten nicht zu vermieten.

Doch längst nicht bei allen chronischen Leerständen bekommen die Vermieter die Wohnungen nicht an Mann, Frau oder Familie. Vielmehr fließen auch jene Bleiben mit in die Statistik, die aufgrund von Modernisierung über einen längeren Zeitraum nicht genutzt werden können.

Allerdings suchten die Gesellschaften bei der aktuellen Erhebung für ein Drittel der Wohnungen vergeblich nach Mietern. Dabei erwiesen sich vor allem jene Wohnungen als Ladenhüter, die vor 1962 gebaut wurden und nicht mehr als 60 Quadratmeter aufzubieten hatten.

Private Wohnungsvermieter haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. 100000 Wohnungen von privat wurden von den Statistikern im April gezählt. Bei zwei Drittel der Wohnungen konnte kein Nachmieter gefunden werden, 23 Prozent waren schon seit mehr als 18 Monaten unbewohnt.

Die Erhebung weist an dieser Stelle ein erhebliches Ost-West-Gefälle auf. Wer eine neue Mietwohnung sucht, den zieht es in die westlichen Stadtbezirke. Im Osten sind die Leerstände deutlich höher, besonders in Nächstebreck, Barmen-Mitte, Wichlinghausen-Süd, Langerfeld-Mitte sowie Rauental. Stadtweit sind entlang der Talachse die meisten Leerstände zu erkennen.

In den vermieteten Wohnungen leben übrigens immer mehr Menschen allein. Die Zahl der Single-Haushalte wächst in Wuppertal wie in den meisten Großstädten kontinuierlich. So verzeichnet der jetzt vorliegende erste statistische Bericht zu den Privathaushalten seit der Volkszählung 1987 rund 178000 Haushalte. Fast jeder zweite Haushalt (45 Prozent) war ein Einpersonenhaushalt.

Erhebung: Für die Wohnungsleerstands-Analyse wurden 19318 Wohnungen aus dem Bestand der Wohnungsgesellschaften analysiert. Daneben wurden 3200 Fragebögen an private Vermieter verschickt sowie die Stromzählerverbrauchsdaten der Stadtwerke herangezogen. Stichtag der Erhebung war der 15. April 2007.

Haushalte: Im Unterschied zur Befragungsmethodik der Volkszählung 1987 beruht die aktuelle Haushaltserhebung auf einer rechnerischen Ermittlung auf Basis des Melderegisters.