Alkohol-Razzia: Disco geräumt, Wuppertalerin (17) in Klinik

Alkohol-Razzia: Disco geräumt, Wuppertalerin (17) in Klinik

Mädchen war nicht mehr ansprechbar. Laut Betreiber wurde kein Schnaps an Minderjährige verkauft.

Wuppertal/Sprockhövel.Am Samstagabend rückte die Polizei mit über 40 Beamten und acht Hunden aus. Ziel: Die auch in Wuppertal bei Jugendlichen beliebte Disco K2 an der Kleinbeckstraße im benachbarten Obersprockhövel. Die Disco, in der sich etwa 250 Gäste aufhielten, wurde geräumt, schließlich geschlossen. Es war das Ende eines Abends, an dem Krankenwagen angefordert werden mussten, um volltrunkene Jugendliche zu versorgen.

Bei den Jugendlichen habe der Verdacht auf eine Alkohol-Vergiftung bestanden. Eine 17 Jahre alte Wuppertalerin wurde laut Polizei "in komatösem Zustand" ins Schwelmer Krankenhaus gebracht. Laut Polizei hat das Ordnungsamt Jugendliche beim Konsum "branntweinhaltiger Getränke" angetroffen. Konsequenz: Die sofortige Schließung der Disco wurde angeordnet. Die Polizei spricht zwar von einer "aufgeheizten Stimmung", trotzdem sei die Räumung friedlich verlaufen. Um 0.30 Uhr waren alle Gäste draußen.

Disco-Besitzer Oliver Nickel spricht dagegen beim Vorgehen von Polizei und Ordnungsamt von einer "unglücklichen Art und Weise". Wegen zweier Mädchen seien um 21 und 22 Uhr Krankenwagen gerufen worden. Nickel zur WZ: "Hier haben sie den Alkohol definitiv nicht bekommen." Das "Vortrinken" vor dem Disco-Besuch - das K2 öffnet um 20 Uhr - sei ein bekanntes Problem. Und nicht immer könne man das bei den Eingangskontrollen merken. Und wenn ein Erwachsener an der Theke harten Alkohol bestelle, dann könne man nicht immer kontrollieren, wo er ihn hinbringe.

Laut Nickel habe die Polizei veranlasst, dass die Musik aus- und das Licht eingeschaltet worden sei. Trotzdem sei aber nicht allen Gästen klar gewesen, dass der Tanzabend damit vorbei war. Als der DJ dann doch wieder Musik aufgelegt habe, sei er, so Nickel, in Handschellen gelegt worden. Danach habe es in der Disco Gäste-Sprechchören gegeben: "Lasst den DJ frei."

Welche Folgen die Alkohol-Razzia für den Disco-Betrieb an der Kleinbeckstraße hat, ist bislang offen. Das Ordnungsamt war am gestrigen Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. In der Vergangenheit hatten sich Anwohner immer wieder über Störungen durch Disco-Besucher beschwert.

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