Ali Baba singt in Wuppertal

Ali Baba singt in Wuppertal

Am 25. März feiert „Ali Baba und die 40 Räuber“ Premiere. Der 39-Jährige Tenor Ünüsan Kuloglu singt darin die Hauptrolle.

Wuppertal. Eine ganz besondere Räuberhöhle, farbenprächtige Kostüme mit Pumphosen und langen Oberteilen, eine mit den Kaftanen wie von Nomaden ausgestattete Räuberbande, die Silhouette einer orientalischen Stadt — auch die Ausstattung der Märchenoper „Ali Baba und die 40 Räuber“ verspricht ausgesprochene Sinnesfreuden.

Den Hörsinn indes reizt die Komposition von Selman Ada, der in Paris studierte und eine elegante Mischung von französischer und traditioneller türkischer Musik, gespickt mit rasanten Räuberchören, geschaffen hat. Und die Hauptrolle des Ali Baba ist beim 39-jährigen Tenor Ünüsan Kuloglu, der in Istanbul und Madrid studierte, offensichtlich in besten Händen: „Der Ali Baba ist ein genussvoller und lebensfroher Mensch - trotz seiner Armut nimmt er das Leben leicht. In seinem Libretto hat Tarik Günersel die Charaktere gut aufgeteilt. Ali Baba nimmt nur wenig von dem Räuber-Schatz, den er entdeckt, sein Bruder Kasim aber will alles.“

Wenn der Sänger von seiner Rolle schwärmt, merkt man ihm die Begeisterung an: „Der Umgang des Komponisten, der auch Dirigent und Pianist ist, mit den Stimmfarben ist einfach genial. Die Oper ist seit ihrer Uraufführung 1991 bei uns in der Türkei immer ausverkauft.“

Damit auch die Besucher im Barmer Opernhaus in Scharen kommen und die Texte gut verfolgen können, haben Dramaturgin Ulrike Olbrich und Regisseur Johannes Weigand die Oper kurzerhand ins Deutsche übersetzt. Für Ulrike Olbrich kein Problem: „Ich habe im Nebenfach Orientalistik studiert“, erklärt sie bescheiden. Kein Wunder, dass sich Ünüsan Kuloglu im Wuppertaler Ensemble gut aufgehoben fühlt: „Die Arbeit geht leicht und flüssig von der Hand, alle sind so freundlich und wir haben schon viel gelacht.“

Als Olbrich und Weigand im letzten Jahr der Staatsoper in Ankara einen Besuch abstatteten, wurde der Kontakt geknüpft. Kuloglu: „Ich habe den Ali Baba in allen türkischen Produktionen gesungen und auch schon viele Rollen in Wagner-Opern in deutschen Städten. Aber diese Wuppertaler Produktion des Ali Baba ist für mich etwas ganz Besonderes, denn es ist die erste szenische Aufführung einer türkischen Oper in Deutschland.“ Für seine Rolle in Richard Wagners „Tannhäuser“ hat Kuloglu 2011 den Donizetti-Preis als bester türkischer Sänger gewonnen.

Ist die Märchenoper aus 1001 Nacht denn auch für Kinder geeignet? Da ist sich der Tenor, der zwei Kinder im Alter von elf und fünf Jahren hat, sicher: „Es ist wegen der vielen Sprachspiele und der eingängigen Musik für Erwachsene und Kinder interessant.“ Und Olbrich ergänzt: „Und die tolle, sinnesfrohe Ausstattung und die spannende Handlung wird Kinderherzen im Alter ab acht Jahren, die mit ihren Elternkommen, bestimmt gewinnen.“