Afrikanische Klänge eröffnen Wuppertaler Festival

Konzert : Afrikanische Klänge eröffnen Wuppertaler Festival

Im Swane Café startete die Reihe „Von Wuppertal für Wuppertal“.

Das Swane Café ist ein Treffpunkt der Kulturen. Dafür stehen Inhaberin Selly Wane und ihr Team, und vielfältig international ist auch das Kulturprogramm. Das Festival „Von Wuppertal für Wuppertal“ ist für Wane die Gelegenheit, „einmal im Jahr diese Diversität in den Vordergrund zu rücken.“ Den dritten Sommer in Folge stellen Künstler ein Land und dessen Musik vor. Das diesjährige Festival eröffnete Abiodun, ein deutscher Sänger mit Wurzeln in Westafrika.

Aufgewachsen in Nigerias Hauptstadt Lagos, ist der Kölner ein idealer Brückenbauer. Er pendelt zwischen den Kontinenten, nimmt mit nigerianischen Musikern auf und fördert junge Talente. Schon in den neunziger Jahren mischte er mit seinem Bruder Ade Bantu afrikanische Klänge und Hip-Hop. Als Gründungsmitglied des Musikerkollektivs Brothers Keepers engagierte er sich gegen Rassismus. Die Single „Adriano (Die letzte Warnung)“ erreichte eine Top 5-Platzierung in den deutschen Charts.

Mit The Ajazcorock schlägt Abiodun stilistisch neue Töne an. „Diese Band repräsentiert meine rockige Seite“, erklärte er vor seinem ersten Auftritt im Swane. Ganz in diesem Sinne – funky und beeindruckend laut – spielte Gert Kapo auf Keyboards und Synthesizern. Wichtigste Zutat der Jazz-Rock-Melange aber waren die quirligen Beats, wie sie die Millionenstadt Lagos so reich hervorgebracht hat. Damit brachte das Rhythmusgespann aus Gitarre, Bass und Schlagzeug – alles erfahrene Studio- und Livemusiker – die Gäste auf die Beine. Die waren nicht nur von der Herkunft her gemischt. Vor der Bühne tanzten Twens und deutlich ältere Semester, Fans und Stammgäste nebeneinander.

Der Sänger mit der vollen Soulstimme hatte die passenden Songs dabei, um die Stimmung anzuheizen. Der treibende Wechselgesang zwischen Frontmann und Band verlieh „Work“ James-Brown-Qualitäten. Tanzbar waren auch die politischen Songs vom aktuellen Album „Break Free“. Selten wurde Hörern Umweltschutz so eingängig nahegebracht wie in „Great Green Wall“. Zwischen zwei Strophen suchte Abiodun das Gespräch („Ihr versteht die Botschaft?“) und brachte das Publikum dazu, in den Refrain mit einzusteigen. In „Alarm Down Blow“ ging es um seine ursprüngliche Heimat. Von Nostalgie war aber nichts zu spüren. Es sei höchste Zeit, unterstrich er, die sozialen Probleme anzugehen. Eindringlich sang und rappte er diese Botschaft – mal auf Englisch, mal im nigerianischen Slang.

Das Festival läuft noch bis Ende August. Die Konzerte – jeweils am Freitag und Samstag – beginnen um 21 Uhr. Mit Franzi Rockzz tritt am Freitag, 26.7., eine Größe der Wuppertaler Szene auf. Am Samstag, 27.7., spielt die Band Rollingexile aus London im Café Swane. dad

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