Affentheater beim WSV

Affentheater beim WSV

Schimpanse Epulu war als Jungtier ein beliebtes Fotomotiv. Aber er hat auch ein trauriges Schicksal.

Viele Zoobesucher kennen Epulu, das Schimpansenmännchen, das vor 50 Jahren im Wuppertaler Zoo auf die Welt kam. Der Affe lebte aber nicht immer im Zoo, sondern auch einige Zeit bei Zoodirektor Gerhard Haas. Der nahm das kleine Äffchen auf, als dessen Mutter keine Milch für ihn hatte. In der Direktorenfamilie wurde Epulu fast wie ein Kind behandelt. Das hat dem Tier leider geschadet.

Foto: A. Fischer

WZ-Fotograf Kurt Keil ist dem kleinen Affen öfter begegnet, denn der war natürlich ein leicht zugängliches Fotomotiv. Für unsere Serie hat Kurt Keil diesmal ein Foto mit Epulu aus dem Jahr 1971 aus seinem Archiv herausgezogen.

Bilder erzählen

Stadtgeschichte

Er erinnert sich: „Die Redaktion schickte mich ins Stadion zu einem Pressetermin. Ich dachte, es wird wieder ein neuer Spieler vorgestellt.“ Im Stadion am Zoo erlebte er dann eine Überraschung. Bei der WSV-Mannschaft, die damals in der Bundesliga Furore machte, traf er Zoodirektor Gerhard Haas mit Epulu. „Der Affe gab den Spielern Tipps, wie man den Gegner verwirren kann“, meint sich Kurt Keil zu erinnern. „Die Spieler hörten sehr aufmerksam zu“, versichert er.

Bei einem anderen Fototermin wollte der Zoodirektor den Affen mit etwas Kraulen zum Blick in die Kamera bringen. Da wurde es Epulu zu bunt und er versetzte seinem Ziehvater einen Kinnhaken.

Gegen vieles andere konnte sich der Schimpanse nicht so gut wehren. Weil er bei Menschen aufwuchs, fehlt ihm die Sozialisation als Affe. Seit er in den Zoo zurückkehrte, lebt er daher nicht in einer Gruppe, sondern nur mit einem Affenweibchen. Ihre Lebensbedingungen in einem kleinen Innengehege riefen vor einigen Jahren heftige Proteste von Tierschützern hervor. 2014 eröffnete der Zoo ein neues Affengehege mit einem naturnahen Außengelände. Das können Epulu und seine Gefährtin Kitoto abwechselnd mit den Bonobo-Affen nutzen. Nun gibt es Überlegungen, ob die beiden doch den Wuppertaler Zoo verlassen, um mit einigen älteren Artgenossen zusammen zu leben und jederzeit Zugang zu einem Außengelände zu haben.

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