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Ärger um Brunnen am Wuppertaler Toelleturm

Bauwerk : Ärger um Brunnen am Wuppertaler Toelleturm

In dem Bauwerk wurden Hohlräume gefunden, es ist bis auf weiteres abgesperrt.

Hans Hermann Lücke, seines Zeichens Bezirksbürgermeister von Barmen, gilt als eher zurückhaltender Mensch, doch wenn er auf den achteckigen Brunnen mit den drei übereinander angeordneten Schalen oben neben dem Toelleturm schaut, dann treibt ihm dessen fortschreitender Verfall die Zornesröte ins Gesicht: „Der Brunnen wurde der Stadt Wuppertal vor 90 Jahren (also im Jahr der Stadtgründung) von der Firma Vorwerk als Geschenk anvertraut. Wenn ich sehe, wie dieses einstmals prächtige Bauwerk verrottet, dann frage ich mich, wie die Stadt mit solchen Geschenken umgeht“, so Lücke, der schon vor mehr als einem halben Jahr darauf hingewiesen hat, dass das von dem in Elberfeld geborenen Berliner Künstler Paul Wynand geschaffene bauliche Kunstwerk sich ständig vergrößernde Schäden aufweist.

Dabei richtet er Vorwürfe an das Gebäudemanagement, das im Winter nichts getan habe, um den Brunnen vor Frostschäden zu bewahren. „Damals wurde gesagt, dass die Sanierung etwa 10 000 Euro kosten würde. Daraufhin hat die Bezirksvertretung angeboten, 5000 Euro aus ihren freien Mitteln zuzuschießen, wenn die Stadt die restlichen 5000 übernehmen würde.“

Zusätzliche Hilfe hatte der frühere Landtagsabgeordnete Manfred Sanden angeboten. Er wollte bei den begüterten Anwohnern rund um den Toelleturm Spenden für die Restaurierung des derzeit abgesperrten Brunnens einwerben. Dass das ins Leere gelaufen ist, sieht Lücke darin, dass die Stadt den Brunnen kurzfristig wieder sprudeln ließ, worauf die potenziellen Spender mit dem Hinweis: „Der Brunnen läuft doch wieder. Dann wird doch offensichtlich kein Geld benötigt“ die Geldbörsen wieder verschlossen hätten.

Zwischenzeitliche Untersuchungen des Brunnens hätten ergeben, dass der Finanzierungsbedarf für eine Sanierung weit höher liegen würde. Auch das bringt Hans Hermann Lücke in Zorneswallungen. „Das ist doch unseriös, wenn erst gesagt wird, dass 10 000 Euro ausreichen und dann behauptet wird, dass alles viel teurer werden würde.“

Die Stadt Wuppertal, mit den Vorwürfen konfrontiert, lässt durch die Stadtsprecherin Ulrike Schmidt-Keßler entgegnen: „Bei genauer Besichtigung des Schadens wurden Hohlräume in dem Brunnen festgestellt. Und da sich in unmittelbarer Nähe ein Kiosk und ein Kinderspielplatz befinden, haben wir den Brunnen gesichert und abgesperrt, damit niemand zu Schaden kommen kann.“

Zum Thema „Kostensteigerung“ führt sie für das Gebäudemanagement aus: „Wir haben einen Gutachter beauftragt, um festzustellen, wie hoch die entstandenen Schäden sind, und was und wieviel Geld nötig ist, um den Brunnen zu sanieren“. „Wir warten jetzt auf das Gutachten und werden es auswerten.“

Dass es sich bei dem Brunnen um ein „prominentes“ Bauwerk im exklusivsten Wohnviertel Wuppertals handelt, sei der Stadt bewusst. „Natürlich ist der Stadt daran gelegen, hier so schnell wie möglich Abhilfe zu schaffen“, heißt es angesichts der Tatsache, dass der Brunnen, der dem damaligen Barmer Oberbürgermeister Paul Hartmann im Rahmen einer kleinen Feierstunde am 21. August 1929 überantwortet wurde, am Toelleturm trocken und einer Verrottung preisgegeben, für die Besucher und Spaziergänger ein eher unschönes Bild abgibt.