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Ärger in Wuppertal: Diamantring bei der Post verschwunden

Versand : Ärger in Wuppertal: Diamantring bei der Post verschwunden

Der Wuppertaler Udo Ubrich hat online einen Ring verkauft und per Post verschickt. Der ging verloren. Seit September hat er auf eine Rückmeldung der Post warten müssen. Bis jetzt.

. Mehr als drei Monate hat Udo Ubrich warten müssen, bis die Post reagiert. Dabei war es kein kleines Problem. Vielmehr: kein günstiges. Und keines, das Ubrich unter den Tisch hat fallen lassen. Der 71-jährige Wuppertaler hat im September ein versichertes Paket losgeschickt – das bis heute nicht angekommen ist. Aber die Post hat sich bis zur Nachfrage der WZ nicht bei ihm gemeldet, um die Sache zu klären.

Udo Ubrich und seine Frau verkaufen Schmuck über Ebay. Aus dem eigenen Bestand. „Wir haben vier Töchter, aber die möchten den Schmuck nicht haben“, sagt Ubrich. Und so verkaufen die Ubrichs eben die Stücke und nutzen das Geld für sich. Sie freuen sich über die zusätzlichen Einnahmen. „Wir sind Rentner“, sagt er. Und so haben sich die beiden über 500 Euro für einen Diamantring gefreut, der eigentlich mal günstiger gewesen ist.

Umso ärgerlicher war es eben, als das bis 500 Euro versicherte Paket, das Ubrich nach Ludwigshafen schicken wollte, nicht dort ankam. Ubrich sagt, er habe noch im September einen Nachverfolgungsantrag gestellt, habe der Post den Einsendebeleg und den Kaufbeleg zugestellt. Er habe immer wieder die Beschwerdehotline angerufen „und wurde immer wieder vertröstet“.

Die Polizei ermittelt
noch in dem Fall

Im November hat er eine Anzeige bei der Polizei aufgegeben – wegen Unterschlagung. Ubrich sagt, ein Polizist habe ihm am Telefon gesagt, das Paket sei in Polen. Die Polizei sagt auf Anfrage, die Anzeige werde noch bearbeitet, die Ermittlungen laufen. Zu den Details äußert sich die Polizei nicht. „Es handelt sich um ein laufendes Verfahren“, erklärt Sprecher Stefan Weiand.

Im Dezember habe Ubrich wieder die Post angeschrieben – per Einschreiben mit Rückschein. Wieder keine Rückmeldung.

Für die Ubrichs war das alles ärgerlich – denn das Geld, das sie für den Diamantring bekommen hatten, wollten sie so nicht ausgeben. Dabei wollten sie den sieben Enkelkindern etwas davon kaufen. Gleichzeitig wollte die Käuferin das Geld aber auch zurückhaben. Eine verzwickte Lage für die Ubrichs.

Die Post hat sich auf Anfrage der WZ bei dem Ehepaar gemeldet. Zwei Mal. Zuerst hieß es: „Wir arbeiten mit Hochdruck an Ihrem Anliegen“. Kurz danach kam dann die Meldung, dass das Geld überwiesen sei. Das schrieb auch die Pressesprecherin für die Region, Jessica Balleer, an die WZ. „Die DHL haftet für Pakete mit einem Wert von bis zu 500 Euro und – wie hier – kommt im Verlustfall dafür auf.“ Dass es zu dem Verlust gekommen sei, bedauere die Post. „Jede einzelne Sendung, die nicht zugestellt wird, ist eine zu viel. Bei den Paketmengen und -rekorden, die es im vergangenen Jahr gab, können wir das aber nicht in jedem der mehreren Millionen Fälle verhindern.“ Dass es lange gedauert habe, ist demnach nicht verwunderlich, sagt Balleer. „Für die Klärung benötigen die Kollegen ein paar Wochen, hier bitten wir stets um ein wenig Geduld und Verständnis.“

Ubrich ärgert sich, dass er so lange nichts gehört hat. Die Post erklärt das in dem Schreiben an ihn damit, dass er im Nachverfolgungsantrag seine Mailadresse nicht ganz korrekt angegeben habe. Das sei bis jetzt aber niemandem aufgefallen.