Ägypten-Krise: Reisebüros gelassen

Ägypten-Krise: Reisebüros gelassen

Trotz der Krise im Land halten die meisten Veranstalter an den Reisen fest. Touristen können im Regelfall umbuchen.

Wuppertal. Auch in Wuppertal wirken sich die jüngsten Ereignisse in Ägypten aus. Die ersten Reiseveranstalter haben Reisen storniert. Wie Dorit Schubert vom Reisebüro Wupperstrand erklärt, haben TUI, Dertour und Phoenix ihre Tagestrips aus den ägyptischen Urlaubsregionen nach Kairo und Alexandria nun abgesagt — Alltours bereits vor zwei Wochen. Die meisten Reisen in die krisengeschüttelten Städte sowie an die ägyptisch-libysche Grenze werden im Moment umgebucht.

„Derzeit haben wir eine Anfrage auf eine Stornierung bezüglich einer Reise mit Phoenix laufen. Wir warten aber noch auf eine Antwort vom Veranstalter“, so Schubert weiter. Für den Rest des Landes gibt es keine Garantie auf eine kostenlose Stornierung. „Das hängt immer von der Kulanz des Reiseveranstalters ab. Allerdings besteht im Regelfall die Möglichkeit auf eine Umbuchung“, sagt Ulla Schmeetz-Wehrheim vom Tui ReiseCenter Wuppertal.

Auch die Kreuzfahrtreedereien reagieren auf die prekäre Lage nach dem Sturz des Präsidenten Mursi. Da Alexandria zurzeit nicht angefahren werden kann, weichen die Schiffe auf umliegende Häfen in Zypern oder Israel aus. Änderungen dieser Bedingungen sind jederzeit möglich. Innerhalb von 24 Stunden reagieren die Reiseveranstalter auf das Auswärtige Amt, das laufend Reisewarnungen und Sicherheitshinweise für Ägypten veröffentlicht. Am Montag wurden die Reisewarnungen verschärft — und den Touristen empfohlen, sich auf die Urlaubsgebiete am Roten Meer und Oberägypten zu beschränken (siehe Kasten).

Positiv fasst der Wuppertaler Reiseveranstalter und Ägypten-Reiseexperte Meeresauge den politischen Wechsel im Land auf. Seit Amtsantritt des ehemaligen Präsidenten Mohammed Mursi habe das Unternehmen, das vor allem Tauchreisen vermittelt, keine Touren mehr in das nordafrikanische Land angeboten. „Wir sind ein sehr multikulturelles Unternehmen, aber einen solch extremen Machthaber wollten wir nicht unterstützen“, sagt Meeresauge-Mitinhaber Jürgen Derichs.

Seit dem vergangenen Freitag habe Meeresauge wieder Kontakt zu den Partnern vor Ort aufgenommen. Innerhalb der nächsten anderthalb Wochen werde das Unternehmen wieder Reisen nach Ägypten anbieten.

Eine Gefahr für die Kunden sieht der Reiseveranstalter dabei nicht: „Natürlich bieten wir noch keine Reisen nach Kairo oder Alexandria an“, so Derichs. „Aber selbst nach den Anschlägen im Tal der Könige und während der Anfänge der Revolution haben wir in unseren Tauchbuchten am Roten Meer nichts davon mitbekommen.“

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