Adolphe Binder und das Pina-Bausch-Tanztheater: Nichts ist geklärt

Meinung : Adolphe Binder: Nichts ist geklärt

Nach dem Urteil des Landgerichts Düsseldorf ist die Kündigung der früheren Intendantin des Tanztheaters Pina Bausch unwirksam. Nun sind Fingerspitzengefühl und Verhandlungsbereitschaft gefragt.

Menschliche Konflikte, Machtspiele und der Wunsch nach Anerkennung sind Hauptthemen von Pina Bauschs Tanzstücken. Und wie in ihren Stücken lassen sich in dem aktuellen Drama um die künstlerische Leitung des von ihr gegründeten Tanztheaters keine eindeutigen Schuldzuweisungen treffen.

Nur der Vertrag, den beide Seiten unterschrieben, scheint eindeutig unzureichend gewesen zu sein. Er gab zwar der Intendantin die Vollmacht, künstlerische Entscheidungen zu treffen, unterstellte sie aber trotzdem der kaufmännischen Geschäftsführung. Eine Konstellation, die Adolphe Binder von Anfang an kritisierte. Mit der neuen Intendantin wurde ein anderes Konstrukt gewählt. Andererseits ließ der Vertrag dem Tanztheater wenig Handlungsspielraum, eine Mitarbeiterin loszuwerden, mit der man nicht zufrieden war. Wie kann das in einer weltberühmten Kultureinrichtung passieren?

Jetzt hat das Gericht klargestellt, dass die Kündigung unwirksam ist. Damit ist nichts geklärt. Denn das Tanztheater steht nun vor der absurden Situation, zwei Intendantinnen zu haben.

Redakteurin Katharina Rüth. Foto: Schwartz, Anna (as)

Diese Situation ist nicht mit juristischen Mitteln zu klären. Sondern sie braucht Fingerspitzengefühl und Verhandlungsbereitschaft auf beiden Seiten. Im Sinne des Tanztheaters ist zu hoffen, dass die Beteiligten einen Weg finden.

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