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Abschied mit Buch, Lob und Bitte

Abschied mit Buch, Lob und Bitte

Kulturbüroleiterin Heigermoser ein letztes Mal im Kulturausschuss.

Sie geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge in den Ruhestand. Und mit einem Buch, das ihr der Vorsitzende des Kulturausschusses, Rolf-Jürgen Köster (SPD), am Mittwoch in der Sitzung im Barmer Rathaus als Urlaubslektüre überreichte. Die Verabschiedung nutzte die scheidende Kulturbüroleiterin Monika Heigermoser, um kurz zurück zu blicken und zugleich den Finger auf eine offene Wunde zu legen.

Einen Schwerpunkt ihrer Arbeit sah Heigermoser in den elf Jahren, die sie dem Kulturbüro vorstand, in der finanziellen Unterstützung von freien Kulturorten. Dabei seien gerade in den vergangenen beiden Jahren große Fortschritte erzielt worden, sagte sie im Ausschuss. Während der Kulturort Loch noch um Unterstützung kämpfe, seien zuletzt das Taltontheater, das Kulturzentrum Immanuelskirche und der Bürgerbahnhof Vohwinkel in die institutionelle Förderung durch die Stadt aufgenommen worden. Ein Thema auch beim Jahrestreffen mit der Freien Kulturszene am Dienstag (wir berichteten).

Anderseits sah Heigermoser auch einen „bedrohlichen Rückschritt“ bei der Förderung von Projekten und bestimmten Formaten. Hier gibt es zwar Geld vom Kulturbüro, das aber nur Basis für die Anwerbung von Drittmitteln durch die Künstler selbst ist. Dass das Land jetzt seine Zuschüsse laut Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) am Montag steigern will (wir berichteten), habe nur dann positive Effekte, so Heigermoser, „wenn die Künstler selbst etwas in die Waagschale werfen können. Und hier müssen wir helfen.“

Kulturdezernent Matthias Nocke begrüßte die Förderungssteigerung durch das Land, versprach, sich darum zu kümmern, dass Wuppertaler Institutionen vermehrt in den Genuss kommen. Auf einer aktuellen Förderungsliste für 2018, aus der Ausschussmitglied Erhard Buntrock (CDU) zitierte, wird unter 53 bezuschussten Einrichtungen in Wuppertal namentlich nur das Kinder- und Jugendtheater aufgeführt. Köster stellte denn auch hohen Diskussionsbedarf fest.

Außerdem dankte er Heigermoser für ihre „fördernde und fordende Arbeit“: „Sie haben Sachen angestoßen, die Sie überdauern.“ Heigermoser gab das Lob zurück und knüpfte es an eine Bitte: „Mein Eindruck war immer, dass der Kulturausschuss gut fand, was wir im Kulturbüro machen. Ich hoffe, dass das so bleibt.“