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Abfall-Bilanz: Weniger Wuppertaler – aber mehr Müll

Abfall-Bilanz: Weniger Wuppertaler – aber mehr Müll

Gegen den Bundestrend: Pro-Kopf-Menge stieg seit 1995 um 26 Prozent.

Wuppertal. Die Abfallbilanz für das Jahr 2007, die am Dienstag dem Umweltausschuss (16 Uhr, Ratssaal in Barmen) vorgelegt wird, hat es in sich: Während die Einwohnerzahl seit 1992 kontinuierlich sinkt, fällt in Wuppertal immer mehr Abfall an.

Diese Entwicklung widerspreche dem Trend auf Bundesebene, betont der Bericht mit Blick auf generell sinkende Abfallzahlen in rund 73 Prozent aller Kreise und kreisfreien Städte. Wuppertal gehört in Deutschland demnach zu jenen 12 Prozent, in denen die Abfallmenge trotz sinkender Bevölkerungszahl steigt.

Konkret heißt das: Sank die Einwohnerzahl seit 1995 um 7,5 Prozent, stieg die Gesamtabfallmenge in dieser Zeit um stattliche 16 Prozent, und die Pro-Kopf-Menge überproportional um 26 Prozent. Untersuchungen zu den Ursachen gibt es bislang nicht.

Fest steht nur, dass die Gebühren- und Altersstruktur in Wuppertal ebenso Einfluss auf das Abfallaufkommen hat wie die Haushaltsgrößen und die wirtschaftliche Entwicklung: In schlechten Zeiten wird zunehmend in qualitativ minderwertige und damit kurzlebige Produkte investiert, was sich etwa beim Sperrmüllaufkommen bemerkbar macht: Lag das Pro-Kopf-Aufkommen im Jahr 2005 im Bundesdurchschnitt bei 26 Kilogramm pro Einwohner, waren es in Wuppertal bereits 63Kilogramm.

Ziel müsse es sein, die Abfallmengen auch in Wuppertal deutlich zu senken, heißt es im Verwaltungsbericht weiter. Vorgeschlagen wird zum Beispiel, insbesondere den Hausmüll in Zukunft genauer auf Schad- und Wertstoffe zu kontrollieren. Auch "sollte geprüft werden, ob eine Änderung des Gebührenmaßstabs geeignet wäre, hier Anreize zu schaffen".

Problematisch ist offensichtlich nach wie vor der Sperrmüll, der immer wieder dazu genutzt wird, um andere Abfälle loszuwerden. Auch spricht sich der Bericht für eine weitere Verbreitung der Bio- und Papiertonnen im Stadtgebiet aus.

Wie ein frommer Wunsch klingt dagegen der Appell, die allgemeinen Abfallmengen "durch den Einkauf abfallarmer und langlebiger Güter" zu reduzieren: Während die Wertstofferfassung in den vergangenen Jahren in Wuppertal überdurchschnittlich gesteigert werden konnte - um 40 Prozent mehr als im Durchschnitt des Regierungsbezirks Düsseldorf - stiegen die Sperrmüllmengen erheblich an. Sie liegen um 178 Prozent über dem Durchschnitt im Regierungsbezirk.