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Abellio-Übergang sorgt im Bergischen für Ausfälle und Fahrplanänderungen

Bahnunternehmen kündigen eingeschränktes Angebot an : Das Abellio-Aus führt bald zu Ausfällen und Änderungen im Fahrplan

Zum 1. Februar übernehmen die DG Regio NRW, National Express und ViasRail die bisherigen Abellio-Strecken. Die Aufgabenträger, darunter der Verkehrsbund Rhein-Ruhr (VRR), haben nun gemeinsam mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen einen Übergangsfahrplan erstellt.

Bis Ende Februar kommt es zu Zugausfällen auf einigen Strecken.

Der anstehende Betreiberwechsel und die damit verbundene Umstellung der betroffenen Strecken wird auch Auswirkungen auf die Stadt Wuppertal und ihre Anbindung in andere Städte in der Region haben. Betroffen sind unter anderem Pendlerstrecken, bei denen das Angebot für die Übergangsphase eingeschränkt werden muss.

Die Linie des RE 49 zwischen Wuppertal und Wesel wird vom 10. Januar bis zum 27. Februar komplett eingestellt. Laut Mitteilung der Verkehrsverbände seien Alternativen aber durch die Linien der S 3 und S 9, die von der DB Regio übernommen werden, gewährleistet.

Ab 17. Januar wird außerdem die Strecke der S 7 zwischen Wuppertal und Solingen reduziert. Statt drei Fahrten in der Stunde soll es nun stündlich nur zwei Fahrten geben.

Aus Fahrgastsicht sei es vorteilhafter, einen berechenbaren Fahrplan zu haben als von Zugausfällen überrascht zu werden, sagt Axel Sindram, Vorstandsvorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn in der Region Bergisches Land. „Zufrieden kann man mit dem Ersatzfahrplan natürlich nicht sein“, ergänzt er aber.

RE 49 verschwindet aus der Wahrnehmung der Fahrgäste

„So entfällt der RE 49, der bei seiner Einführung vor zwei Jahren als ‚Premiumprodukt’ vermarktet worden war, schon wieder, nachdem er zuerst wegen des Lkw-Brandes in Mülheim und dann wegen der Hochwasserschäden nicht fahren konnte“, sagt er. Der RE 49 sei allmählich aus der Wahrnehmung der Fahrgäste verschwunden. Auf der Strecke der S 7 sollen zwar zwei Züge pro Stunde weiterhin fahren, allerdings haben diese einen unregelmäßigen „Stolpertakt“ von 20 und 40 Minuten, weil es anders nicht in das Taktschema passe. Das präge sich nicht auf Anhieb ein, kritisiert Sindram.

„Wir sind im Austausch mit dem Land, mit der Abellio, der DB Regio und National Express und arbeiten in diesem Teamverband, damit die Betriebsaufnahme gelingt“, sagt Björn Zimmermann vom Unternehmen ViasRail, das ab Februar die Strecke der S 7 zwischen Solingen und Wuppertal übernimmt. „Das ist ein Kraftakt, da kommen viele Herausforderungen auf uns zu“, fährt Zimmermann fort. Der Betreiberwechsel sei dabei das Einfachste, aber vor allem die Schulungen der Kollegen würden viel Zeit in Anspruch nehmen. „Normalerweise hat man dafür Jahre Zeit, jetzt sind es nur ein paar Wochen“, so Zimmermann.

Währenddessen befinden sich die Unternehmen inmitten der Umstellung. Laut Mitteilung der Verbände werden seit Beginn des Jahres die über 1000 Mitarbeiter der Abellio in die drei übernehmenden Eisenbahnverkehrsunternehmen eingeführt, in ihre neuen Arbeitsplätze eingearbeitet und, soweit notwendig, geschult. „Wir wollen ab 1. Februar so viele Züge wie möglich fahren und unseren Fahrgästen das bestmögliche Angebot machen. Das wird eine gewaltige logistische Herausforderung“, sagt auch Frederik Ley, Chef der DB Regio-NRW. Wie sehr es zum Start ruckeln wird, hänge aber auch davon ab, wie kooperativ Abellio ist und wie viele Mitarbeiter wechseln würden.

Für die Kollegen bei Abellio laufe ein sogenanntes Betriebsübergabeverfahren, erklärt Martin Zimmermann von Vias Rail. Bisher gebe es nur wenige Widersprüche. Viele Mitarbeiter wollten zu den betreffenden Bahnunternehmen wechseln. „Das ist ein ganz tolles Zeichen von Vertrauen, dass sie diesen Weg mit uns gehen“, freut er sich.

Nach der Übernahme sollen sich die Abläufe des Bahnbetriebs auf den Strecken nicht ändern. „Die Züge werden grundsätzlich auf den gleichen Linien verkehren, im Idealfall haben wir den gleichen Betriebsleiter und die gleichen Fahrer“, erklärt Zimmermann. Die jetzigen Einschränkungen während der Umstellungsphase seien nötig, um die Vorbereitungen, Schulungen und letztendlich die Übergabe organisieren zu können.