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Ab Montag werfen Spezialisten am Wuppertaler Döppersberg Netze aus

Döppersberg : Mauer am Döppersberg wird ab Montag mit Netzen gesichert

Am Montag beginnen die Arbeiten zur Sicherung der maroden Natursteinmauer am Döppersberg. Voraussichtlich bis zum Freitag, 17. August, werden Spezialisten aus Süddeutschland damit beschäftigt sein, Teilbereiche der Mauer mit Netzen abzuspannen.

Die feinmaschigen schwarzen Netze mit einer Gesamtfläche von 500 bis 600 Quadratmetern sollen verhindern, dass kleine von den Steinen abplatzende Teile auf Passanten fallen. Netze und Montage kosten zusammen rund 40 000 Euro, wobei noch offen ist, ob die Arbeitsgemeinschaft der ausführenden Baufirmen (Arge) oder die Stadt die Rechnung bezahlen muss.

Der Mineraloge Johann Tombers aus Trier hatte die Mauer im Auftrag der Stadt untersucht und in einem 103 Seiten starken Gutachten zahlreiche Baumängel aufgelistet. Tombers empfahl eine Absicherung des Bauwerks, da für die Passanten Verletzungsgefahr bestehe. Voraussichtlich werden die Netze Jahre benötigt, denn vor einem Abriss oder einer grundlegenden Sanierung der Mauer ist eine juristische Auseinandersetzung zwischen der Stadt und den Baufirmen über Ursachen und Verursacher zu erwarten.

Martina Langer, Projektleiterin des Umbaus am Döppersberg, weist daraufhin, dass nur bestimmte Teile der Mauer abgesichert werden müssen: „Das sind die Flächen über den Schaufenstern, über den Zugängen zur Mall und über den Zufahrten und Zugängen zum Parkhaus“. Der Zustand der Mauer habe sich in den vergangenen Wochen nicht verschlechtert, es seien keine größeren abgeplatzten Teile entdeckt worden. „Außerdem haben wir Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren eingebaut, die aber keine besonderen Werte gemessen haben“, sagt Martina Langer.

Starke Temperaturschwankungen verkraftet der Naturstein nicht

Gutachter Johann Tombers hatte darauf hingewiesen, dass extreme Temperaturschwankungen den Steinen besonders zu schaffen machen. Da Wuppertal in der aktuellen Hitzewelle bisher von Gewittern verschont blieb, und eine extrem schnelle Abkühlung dadurch ausgeblieben ist, trat dieser Effekt noch nicht auf. Rund ein Kilogramm Steinsplitter haben Mitarbeiter der Stadt in den vergangenen Monaten eingesammelt, um den Schaden zu dokumentieren. Laut Gutachter wurden ungeeignete Steine für die Mauer ausgewählt und diese dann falsch eingebaut.

„Es muss jetzt etwas passieren, schöner machen kann man das noch später“, sagte Johann Tombers Ende Juni in einer gemeinsamen Sitzung von Planungs- und Baubegleitkommission Döppersberg und Bezirksvertretung Elberfeld. Die Politiker hatten daher nur noch die Wahl zwischen schwarzen und weißen Netzen. Weil schwarze Netze weniger auffallen, wurde diese dezentere Variante gewählt.

„Es ist natürlich extrem ärgerlich, dass dies zum Abschluss des Döppersberg-Umbaus passiert ist“, sagt Martina Langer. Sie hofft, dass die Netze den Gesamteindruck nicht zu sehr stören. „Wir haben viel Kritik, aber auch viele Vorschläge der Wuppertaler zur Mauer erhalten. Das zeigt, dass sie sich wie mit der Schwebebahn auch mit dem Döppersberg identifizieren.

Nach Überzeugung von Dezernent Frank Meyer sind die ausführenden Firmen verantwortlich. Der Schaden könnte in die Millionen gehen, wenn die Steine komplett ausgetauscht werden müssten. Nach Schätzungen würde der Bau einer neuen Mauer sechs bis acht Millionen Euro kosten. Gegen den Austausch einzelner Steine hatte sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Jürgen Reese ausgesprochen, der vor „einem Flickenteppich“ warnte.