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Ab Mai ist die Polizei mit Bodycams unterwegs

Ab Mai ist die Polizei mit Bodycams unterwegs

Wuppertal ist eine von fünf Städten für den Pilotversuch mit Körperkameras.

Wuppertal. Polizisten in Nordrhein-Westfalen setzen ab Mai testweise 200 Körperkameras ein. In Wuppertal, aber auch in Düsseldorf, Köln, Duisburg und dem Kreis Siegen-Wittgenstein werden die Beamten mit je 40 hochauflösenden Bodycams ausgestattet.

„Mit der Auswahl der Städte wird die ganze Bandbreite in NRW abgedeckt“, teilte Nadine Perske, Sprecherin der Landeszentrale für Zentrale Polizeiliche Dienste. Ziel der Auswahl sei es, aus dem Pilotversuch größtmögliche Schlüsse zu ziehen. Der Testlauf wird wissenschaftlich von der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Gelsenkirchen begleitet und ausgewertet.

Die Festlegung der Behörden sei in enger Abstimmung mit den Wissenschaftlern erfolgt, um unterschiedlich geprägte Einsatzaufkommen abzubilden, so Perske.

Ausgewählt wurden die beiden Großstädte Düsseldorf und Köln, eine ländliche Behörde im Kreis Siegen-Wittgenstein sowie zwei mittlere Behörden in Duisburg und Wuppertal. „Es ist nicht so, dass es in Wuppertal besonders viele Übergriffe gegen Polizisten gibt“, sagt Detlef Rüther, Sprecher der Polizei Wuppertal.

An dem Pilotversuch nehmen 400 Beamte teil, die zur Zeit geschult werden. Die Körperkameras werden von Dienstgruppe weitergegeben, das heißt, die Beamten haben die Bodycams immer am Mann. Zum Einsatz kommen sie aber nur, wenn der Polizist entscheidet, dass „Gefahr für Leib und Leben besteht“, sagt Perske. Ehe die Kamera eingeschaltet wird, weisen die Polizeibeamten darauf hin. Dann ist die Aufnahme auch für den Betroffenen live auf einem kleinen Display zu sehen. „Wir haben uns für eine Kamera mit Display entschieden, um dem Angreifer einen Spiegel vorzuhalten“, erklärt Perske. Dadurch soll eine deeskalierende Wirkung erreicht werden. Ob die Kamera diese Wirkung hat, soll die wissenschaftliche Untersuchung zeigen.

Anlass für das Projekt ist die steigende Zahl von Pöbeleien und Gewalt gegen Polizisten. „Wir wollen herausfinden, ob die Übergriffe auf Beamte durch Einsatz der Bodycam abnehmen“, sagte Innenminister Ralf Jäger am Montag bei der Vorstellung der Bodycams. 2016 waren 16710 Polizisten in NRW mit Worten oder Taten angegriffen worden. Das sind 20 Prozent mehr als 2015. NRW macht einen eigenen Pilotversuch, weil Polizisten - im Gegensatz zu anderen Bundesländern - auch in privaten Räumen filmen dürfen.