Ab 2025/2026 soll der Betrieb im Schauspielhaus aufgenommen werden

Pina Bausch Zentrum : Zustimmung zum Tanzzentrum

Der Kulturausschuss hat grünes Licht für den Umbau des Schauspielhauses zum Pina Bausch Zentrum gegeben. Am 17. Dezember fällt nun die Entscheidung im Rat.

Mit den Stimmen von SPD, CDU, Grünen, FDP und Linken bei Enthaltung der WfW hat der Kulturausschuss dem Durchführungsbeschluss zur Planung und Errichtung des Pina Bausch Zentrums an der Kluse zugestimmt. Aufgrund der einstimmigen Entscheidung im Kulturausschuss zeichnet sich ab, dass es für das Projekt mit Investitionskosten von rund 71,4 Millionen Euro (inklusive der geschätzten Baukostensteigerung von 13 Millionen Euro) in der Ratssitzung am 17. Dezember eine deutliche Mehrheit geben wird.

Das Pina Bausch Zentrum soll zur Spielzeit 2025/2026 den Betrieb in dem modernisierten und um einen Neubau auf dem Parkplatz erweiterten Schauspielhaus aufnehmen. Die Abstimmung im Kulturausschuss war mit Spannung erwartet worden, denn - und das ist ungewöhnlich für einen Durchführungsbeschluss - es gibt bisher noch keine belastbaren Zahlen zum finanziellen Anteil der Stadt für den Betrieb des Tanzzentrums. Peter Vorsteher (Grüne) verwies auf eine „Betriebskostenlücke“ in Höhe von 3,5 Millionen Euro pro Jahr hin. Im Vorfeld waren Bedenken aus der SPD-Fraktion gegen das Projekt auch wegen der Gesamtkosten laut geworden. Im Ausschuss wurden zwar kritische Fragen von Ingrid Pfeiffer (FDP) und Bernhard Sander (Linke) gestellt, aber keine der Fraktionen äußerte grundsätzliche Kritik.

Die Betriebskosten belaufen sich nach aktuellem Stand ab 2026 auf 15 Millionen Euro pro Jahr. Mit fünf Millionen Euro fördern Land und Stadt (2,316 Millionen) aktuell schon das Tanztheater Wuppertal. Das Land NRW ist mit 12,5 Millionen Euro an den Investitionskosten beteiligt und will zu den jährlichen Betriebskosten in Höhe von zehn Millionen Euro, die zusätzlich erwartet werden, weitere 3,4 Millionen Euro pro Jahr beisteuern. Um die Finanzlücke zu schließen, ist die Stadt in Gesprächen mit Sponsoren und Förderern.

Es gibt eine Reihe offener Fragen zu Strukturen und Organisation

Der Bund beteiligt sich mit 29,2 Millionen Euro an der Finanzierung des Umbaus und hat bis zu acht Millionen Euro für Preissteigerungen bei Bau und Einrichtung zugesagt. Voraussetzung ist, dass die Stadt einen Betrag in gleicher Höhe aufbringen wird. An den Betriebskosten will sich der Bund nicht beteiligen. Stadt und Land wollen nachverhandeln.

„Das ist eine einmalige und nicht wiederkehrende Gelegenheit, auf die sie lange hingearbeitet haben, um die Immobilie Schauspielhaus einer neuen Nutzung zuzuführen und diesen Bereich städtebaulich aufzuwerten“, sagte Kulturdezernent Matthias Nocke. Das Ja zum Durchführungsbeschluss sei „keine Reise ohne Wiederkehr“. Die Verwaltung schlägt vor, eine Planungs- und Baubegleitkommission wie beim Umbau des Döppersbergs einzusetzen. Christian Koch, Projektgeschäftsführer des Pina-Bausch-Zentrums, erklärte, dass 2022, wenn die Entwurfsplanung vorliege, die Möglichkeit bestehe, aus dem Projekt auszusteigen. „Wir stehen erst am Anfang. Es gibt keine Blaupause, an der wir uns orientieren können“, so Koch. Ein Ausstieg wäre kostspielig, denn bis 2022 werden viele Millionen in das Projekt geflossen sein.

Bis Mitte 2019 soll feststehen, in welcher Organisationsform das Bausch Zentrum betrieben wird. Nocke sprach sich für eine GmbH aus. Vertragliche Vereinbarungen mit der Bausch Foundation, Eigentümerin der Aufführungsrechte für die Stücke von Pina Bausch, gibt es ebenfalls noch nicht. Dennoch sieht Nocke den Zeitpunkt für Entscheidungen gekommen: „Der Beschluss als Signal ist fällig, damit der Bund in Bewegung kommt und man in Berlin merkt, dass es uns mit dem Projekt ernst ist.“

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