Autobahn: A46: Staubilanz wird noch bitterer

Autobahn : A46: Staubilanz wird noch bitterer

Das Land will mit dem Umbau der Brücken der Stadtautobahn nicht bis zum Ausbau der L 419 warten.

Entgegen der Erwartungen vieler leidgeprüfter Autofahrer hat es die A46 in der Staubilanz des ADAC im Jahr 2017 im Vergleich aller regionalen Autobahnen nicht auf den Negativ-Spitzenplatz geschafft. Knapp geschlagen wurde die A 46 in Sachen Staus von der A 40, wobei für die kommenden Jahre vieles daraufhin deutet, dass die A 46 bald zum „Überholmanöver“ ansetzt. Bis 2026 stehen Reparaturen und Ersatzneubauten für sämtliche Brücken auf dem Abschnitt vom Sonnborner Kreuz bis Wuppertal Nord auf dem Plan. Außerdem soll in diesem Zeitraum das Autobahnkreuz Wuppertal Nord mit dem Lückenschluss zwischen A 46 und A 1 ausgebaut werden.

Welche Auswirkungen die geplanten Arbeiten haben dürften, macht die aktuelle Staubilanz deutlich. Laut ADAC weist die A 46 bezogen auf einzelne Stauabschnitte im Stadtgebiet schon jetzt die meisten Staukilometer und die längsten Stauzeiten auf.

Die Arbeiten an und auf der Brücke Westring forderten ihren Tribut. Der Streckenabschnitt Cronenberg bis Haan Ost brachte es laut ADAC auf 1598 Staus mit einer Länge von 2163 Kilometern. 1151 Stunden lang bildeten Pkw und Lkw auf diesem Abschnitt stabile Blechkolonnen. In Fahrtrichtung Wuppertal sah es ähnlich aus und auch zwischen Haan-West und Haan-Ost ging es oft nur im Schritttempo weiter. Zum Vergleich: Zwischen den Anschlussstellen Barmen und Elberfeld gab es zwar weniger Baustellen. Trotzdem wurden 1074 Staus mit 1654 Staukilometern registriert — ebenfalls Spitzenwerte im negativen Sinne. Der ADAC sah sich auf Anfrage der WZ leider nicht in der Lage, die Angaben über die extremsten Stauabschnitte der A 46 mit denen anderer Autobahnen bundesweit zu vergleichen. Eine ADAC-Sprecherin gab lediglich zu verstehen, dass es sich bei der A 46 um extrem hohe Werte handele.

Dass sich die Lage auf der A 46 in den kommenden Jahren verschärfen wird, daran haben die Experten des NRW-Verkehrsministeriums, von Straßen NRW und der Stadt Wuppertal keine Zweifel. Unterschiede gibt es in der Auffassung darüber, wie diese Beeinträchtigungen zumindest begrenzt werden könnten.

Wuppertals Verkehrsdezernent Frank Meyer setzt seine Hoffnungen auf einen zügigen Ausbau der L 418/L 419 mit dem geplanten Lückenschluss vom Sonnborner Kreuz zum Anschluss an die A 1 vor der Blombachtalbrücke. „Ich stelle nicht infrage, dass die Arbeiten an der A46 erforderlich sind. Mein Vorschlag ist aber, zunächst die Südtangente zu bauen, bevor mit dem Neubau der A 46-Brücken begonnen wird“, sagt Meyer. Selbst über eine zeitweilige Vollsperrung der A 46 müsse nachgedacht werden, um so die Bauzeit zu verkürzen. Die Stadt Wuppertal hatte bekanntlich mit der Vollsperrung während des Umbaus der B 7 gute Erfahrungen gemacht und war im Zeitplan geblieben.

Bernhard Meier, Sprecher des NRW-Verkehrsministeriums, und Mario Korte, Abteilungsleiter Straßenbau von Straßen NRW, sehen keinen zeitlichen Spielraum, um auf den Wunsch der Stadt Wuppertal einzugehen. Beide weisen darauf hin, dass sich der Ausbau der L 419/Parkstraße zu einer Bundesstraße erst im Planfeststellungsverfahren befinde. Mit einer Fertigstellung sei daher vor 2026 kaum zu rechnen, wobei es möglicherweise noch zu weiteren Verzögerungen durch Klagen gegen das Bauvorhaben kommen könnte. „Wir stehen im ständigen Kontakt mit der Stadt“, sagt Bernhard Meier. Wenn überhaupt, gebe es einen gewissen zeitlichen Spielraum bei den Arbeiten für das Kreuz Nord.

„Der Zustand der A 46-Brücken lässt es nicht zu, dass wir bis zur Fertigstellung des Ausbaus der L 419 warten“, sagt Mario Korte. Straßen NRW hat die Sanierung der Autobahnbrücken Briller Straße und Uellendahler Straße beziehungsweise die Ersatzneubauten der Brücken Hatzfelder Straße und Winchenbachstraße fest eingeplant. „Das Risiko ist zu groß, dass bis zum vierspurigen Ausbau der L 419 eine dieser Brücken für den Schwerlastverkehr gesperrt werden müsste. Hinzu kommt, dass der Neubau einer Brücke dann bis zu vier Jahre dauern könnte“, sagt Mario Korte.

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