Wuppertal: 600 Gäste besuchen das Hardt Open Air

Wuppertal: 600 Gäste besuchen das Hardt Open Air

Zum zweiten Mal heißt es oberhalb der Waldbühne für Kinder und Jugendliche: umsonst und draußen.

Hardt. Laute Hip-Hop- und Dancehall-Beats sind schon von weitem zu hören und locken die meist jugendlichen Besucher die Hardt herauf. Ihr Ziel: das Hardt Open Air. Das zweite ist es, und wieder wird es am Spielplatzhaus oberhalb der Waldbühne gefeiert — und der Eintritt ist frei. 600 Besucher zieht es in diesem Jahr an.

Viele der Jugendlichen sitzen im Shisha-Beach, dem umfunktionierten Sandkasten des Spielplatzes. Urlaubsflair kommt auch durch den Stand des Cocktail-Taxis auf. Der bietet neben alkoholischen Mischungen auch alkoholfreie Varianten an. Es gibt Würstchen, noch mehr Getränke und Zuckerwatte zu kaufen.

Kinder stürzen auf das Planschbecken zu, im Spielplatzhaus können sie sich schminken lassen. Wer aus dem Kindesalter heraus ist und wem der Sinn nach bleibender Zierde steht, steuert den selben Ort an. „Blutkuss Tattoo“ bietet seine Dienste an, es kann sofort losgehen. Kinderangebote und Tattoos so nahe beieinander? „Aus Platzgründen“, sagt Veranstalter René Kaiser von der Eventschmiede Wuppertal.

Entstanden ist die Idee für das Festival auf einer misslungenen Über-30-Party. „Da kam keiner. Dann haben wir dicht gemacht und Brainstorming betrieben. Wir wollten etwas machen, das die Besucher kein Geld kostet und haben dann letztes Jahr im September das erste Hardt-Festival auf die Beine gestellt“, sagt Kaiser.

Das war mit 1000 Besuchern ein großer Erfolg. „Trotz Regen. Heute ist noch nicht so viel los, aber wir schätzen, dass in den Abendstunden mehr Leute eintreffen. Wir haben auch mit richtig schönem Wetter gerechnet.“

Das Angebot für Kinder sei bis jetzt nicht so gut genutzt worden. René Kaiser: „Wir wollten kein reines Kinder-Festival machen, aber die Party zwischen 12 und 16 Uhr familienfreundlich gestalten. Es gibt ja Kinderschminken und Eis. Und der Verein Hardteinander bietet oben bei der Hip-Hop-Bühne ein Flunkyball-Turnier an. Aber vielleicht haben wir auch zu wenig Werbung gemacht.“

Gewissenhaft werden die Rucksäcke und das Alter der jungen Gäste überprüft. Kaiser: „An den Bändchen können die Gastronomen dann erkennen, ob sie Alkohol an die Person ausschenken können.“

Den Besuchern gefällt die Veranstaltung: „Es ist ein bisschen leer hier, aber die Musik ist gut. Der Bass knallt auch richtig“, sagt Besucherin Maike Strathmann, die gerade am Shisha-Beach entspannt. „Und das Wetter ist ja auch ok, da muss man das Beste draus machen.“

Karin Kuhnle ist mit ihrem Sohn Tom (3) gekommen. Nach ihrer Einschätzung befragt, sagt sie: „Die DJs sind schon recht cool, aber es ist schon recht laut. Kinder können hier nicht so viel machen. Wir werden daher nicht sehr lange bleiben, sondern nur eine Zuckerwatte essen. Dass kein Eintritt verlangt wird, finde ich aber richtig gut.“

Gamze Gürz genießt einen Cocktail: „Ich habe etwas mehr erwartet und hätte auch gedacht, dass oben mehr Programm ist. Was mich ein bisschen stört, dass die Leute dort Shisha rauchen, wo auch Kinder sind. Das hätte man anders organisieren müssen.“ Und was ist ihr vorteilhaft aufgefallen? „Positiv ist, dass die Preise gut sind. Der Cocktail schmeckt auch.“

Harald Fennel ist weniger begeistert. „Die Rap-Musik ist nicht mein Geschmack. Ich würde ordentlichen Rock vorziehen“, wirft er ein. „Auch das kulinarische Angebot hätte umfangreicher sein können.“

Ab 18 Uhr füllte sich das Open-Air stärker. René Kaiser ist zufrieden: „Es war noch sehr gut, wir hatten rund 600 Gäste hier. Wir hatten eigentlich mit mehr Besuchern gerechnet, aber die Party ist super verlaufen. Es gab keinen Streit oder irgendwelche Zwischenfälle, und es herrschte eine Super-Stimmung.“

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