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5600 Wuppertal — und früher gab es die mit Zusatzzahl

5600 Wuppertal — und früher gab es die mit Zusatzzahl

Vor 25 Jahren mussten sich auch die Wuppertaler auf neue Postleitzahlen einstellen.

Das Rauschen im Blätterwald war gewaltig: Ende Januar 1993 kündigte die Bundespost mit einigen Monaten Vorlauf eine revolutionäre Änderung bei den Postleitzahlen an, die dann zum 1. Juli 1993 — also vor 25 Jahren — vollzogen wurde. In Wuppertal hieß es Abschied nehmen von der gewohnten und liebgewonnenen 5600. Stattdessen mussten sich die Wuppertaler mit den fünfstelligen Postleitzahlen von 42103 bis 42399 anfreunden. 25 Jahre später sind die fünfstelligen Postleitzahlen längst Alltag.

5600 Wuppertal — das stand einst auf allen Briefen. Doch selbst Nostalgiker können sich kaum mehr erinnern, dass beim Versenden von Briefen innerhalb der Stadt eine Zusatzzahl angegeben werden sollte. „Es gab interne postalische Zahlen für die Wuppertaler Zustellpostämter, die den Beamten die Zuordnung nach Stadtteilen erleichtert haben“, sagt Achim Gahr, Leiter Deutsche Post DHL Group Pressestelle Mitte.

5600 Wuppertal 1 — das stand für Elberfeld, die 2 stand für Barmen. Und auch die Stadtteile hatten Sonderziffern: 11 für Vohwinkel, 12 für Cronenberg, 21 für Ronsdorf, 22 für Langerfeld und 23 für Beyenburg.

„Ich kann mich gut erinnern, dass die Fernsehteams am 1. Juli 1993 bei der Post anrückten, um über das Chaos zu berichten. Doch es gab kein Chaos, die Umstellung war gut vorbereitet“, erinnert sich Gahr. In fast allen Wuppertaler Haushalten lag seit Ende Mai ein dickes Postleitzahlenbuch zum Nachblättern. Mit der Comicfigur „Fünf ist Trumpf“ hatte die Post monatelang für die Umstellung geworben. Dem Maskottchen Rolf hatte übrigens der kürzlich gestorbene Schauspieler Rolf Zacher seine markante Stimme geliehen. Die Postleitzahlenbücher wurden in späteren Jahren überflüssig, da die Recherche im Internet immer einfacher wurde.

Selbst viele Menschen im Alter über 30 Jahren dürften sich kaum noch an die ehemalige Postleitzahl erinnern. Es sei denn, sie sind Nostalgiker. Für die macht Christoph Imber, Geschäftsführer des Bergischen Ladens in Remscheid mit den T-Shirts 5600 ein besonderes Angebot. „Angefangen haben wir die Reihe mit der 5630 für Remscheid und die Hemden selbst getragen. Die Shirts und Hoodies kommen sehr gut an, weil sie unaufdringlich Heimatgefühl vermitteln und für einen gewissen „Aha-Effekt“ sorgen“, sagt Christoph Imber.

Ein seltenes Sammlerstück ist dagegen „5600 Wuppertal (Die CD zur Stadt)“, die 1994 veröffentlicht wurde und der ehemaligen Postleitzahl ein Denkmal setzte. Interpreten wie Uwe Becker, Dörte aus Heckinghausen, RME Streuf und Harry vom Hombüchel stehen für ein ganz spezielles Hörerlebnis.