50. Stadtgeburtstag wurde mit einer Tortenschlacht gefeiert

50. Stadtgeburtstag wurde mit einer Tortenschlacht gefeiert

2019 wird Wuppertal 90 Jahre alt. Die runden Geburtstage wurden stets zünftig begangen.

Im kommenden Jahr feiert die Stadt Wuppertal wieder einen runden Geburtstag. 2019 jährt sich der Zusammenschluss von Elberfeld, Barmen sowie Ronsdorf, Cronenberg und Vohwinkel zum 90. Mal. Und das soll — so die Informationen der WZ — doch wieder mit einem langen Tisch in abgeänderter Form gefeiert werden.

Mit dem langen Tisch hat die Stadt Wuppertal übrigens Maßstäbe gesetzt. 1989 wurde die Premiere gefeiert und alle die damals auf der Talsohle von Oberbarmen bis Vohwinkel unterwegs waren, schwärmen noch heute davon. Viel stärker als bei späteren Auflagen lebte das Straßenfest von der Spontanität und der Fantasie vieler Anwohner, die Sofas, Sessel und Tische vor die Tür stellten und ihre Nachbarn und Freunde zum Mitfeiern einluden. Mit dieser großartigen Stimmung hatte niemand vor dem Fest rechnen können. Die Idee des langen Tisches wurde später von einigen Städten übernommen, aber so stimmungsvoll wie bei der Premiere in Wuppertal war es woanders wohl nie.

Kurt Keil, langjähriger Fotograf der WZ, erinnert sich an den 50. Geburtstag der Stadt, der im Sommer 1979 gefeiert wurde. Die Bremme Brauerei ließ mit einem Hubschrauber „die größte Torte der Welt“ einfliegen. Tatsächlich waren es — so die Erinnerung von Kurt Keil — 20 000 Tortenstücke, die an die Massen verteilt werden sollten. Für die Stadt nahmen Bürgermeister Kurt Drees (CDU) und Oberstadtdirektor Rolf Krumsiek (SPD) das Präsent der Brauerei entgegen.

Die Aussicht, ein Stück von der größten Torte der Welt abzubekommen, hatte eine große Menschenmenge angelockt. Mit gemischten Gefühlen beobachtete Kurt Keil, der im Auftrag der Westdeutschen Zeitung die Feier in Bildern festhalten sollte, das Gedränge vor der Bühne. „Ich hatte meiner Frau und unseren beiden Kindern vorsichtshalber schon ein Zeichen gegeben, dass sie sich aus der Menge besser raushalten sollten. Und tatsächlich herrschte bald danach ein derartiger Menschenauflauf, dass viele der Tortenstücke auf der Wiese landeten, auf der der Hubschrauber die Paletten mit Kuchen abgesetzt hatte.“ Als die ersten keinen Appetit mehr auf Kuchen hatten, kamen sie auf andere Ideen. Aus der Geburtstagsfeier wurde eine Kuchenschlacht, bei der sich einige der Geburtstagsgäste mit Kuchen bewarfen und beschmierten.

„Nach der Veranstaltung lagen so viele zertretene Tortenstücke auf der Wiese, dass man darauf locker hätte Schlitten fahren können“, erinnert sich Kurt Keil. Kein Wunder, dass bei späteren Stadtgeburtstagen auf das Anschneiden von Riesen-Geburtstagstorten verzichtet wurde.

Zum 80. Geburtstag 2009 ließ es die Stadt etwas ruhiger angehen. 80 Wuppertalerinnen und Wuppertaler, die im Gründungsjahr der Stadt geboren wurden, erhielten vom damaligen Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) die Einladung zu Kaffee und Kuchen. Unter den Gästen war ein 80-jähriger, der auf den Tag genauso alt wie seine Heimatstadt war und das „Geburtsdatum“ 1. August 1929 mit ihr teilte.

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