50 000. Platz für junge Forscher

50 000. Platz für junge Forscher

Seit 2008 stillen Kinder und Jugendliche ihren Wissensdurst an der Junior Uni. Die WZ hat einige von ihnen befragt.

Wuppertal. „Das hätte vor neun Jahren niemand für möglich gehalten“, ist Junior Uni-Ideengeber Ernst-Andreas Ziegler überzeugt. Er freut sich wie die engagierten Mitarbeiter der einzigartigen Bildungseinrichtung über den Erfolg der Junior Uni. Bei der Vergabe der Plätze für das Sommersemester wurde jetzt die Zahl 50 000 überschritten. Einige dieser Kursplätze haben in der Vergangenheit Nils, Waleed, Katharina, Gerrit und Nelly belegt — sie sind schon seit Jahren begeisterte Forscher.

Nelly (15) haben es die alten Ägypter angetan. Ihr erster Kurs vor zwei Jahren handelte von den Hieroglyphen. Anschließend hat sie sich mit den Pyramiden beschäftigt. Aber auch mit Mathe und Physik beim Billardspiel, 3-D-Druckern und DNA. Ihr Biolehrer hatte sie auf die Idee gebracht. „Er hat gemerkt, dass ich Interesse an Naturwissenschaften habe“, berichtet die Schülerin.

Was ihr an der Junior Uni gefällt? „Dass man hier ganz frei lernen kann — ohne dass es überprüft wird“, erklärt sie. Sie ist von den Möglichkeiten so begeistert, dass sie jeweils aus Schwelm mit Zug und Schwebebahn anreist. Ihr Berufswunsch? „Forscherin auf jeden Fall — aber ohne Tierversuche!“

Katharina (8) ist mit ihrer Kita vor vier Jahren das erste Mal in der Junior Uni gewesen, hat damals ein Katapult gebaut. „Danach hatte ich ganz viele Kurse in Chemie und in Biologie“, berichtet sie. „Weil es Spaß macht“, erklärt sie ihren Eifer. „Weil man hier Sachen bauen kann.“

Beispiele dafür nennt Gerrit (9): „Wir haben jetzt ein Wasserrad gebaut. Und die Lötkurse machen auch doll viel Spaß.“ Er hat eine „Flip-Flop-Schaltung“ gebaut, mit der er Leuchtdioden zum Brennen bringen und nervige Pieptöne erzeugen konnte.

Nils (13) findet: „Hier lernt man mehr als in der Schule.“ Und Waleed (17) bestätigt: „Man lernt hier das, was in der Schule nie dran kommen würde.“ Er zählt auf: Informatik, Medizin, Quantenphysik. Wie ginge es ihm ohne Junior Uni? „Dann hätte ich viele offene Fragen.“

Ernst-Andreas Ziegler schätzt, dass es insgesamt rund 18 000 Kinder und Jugendliche waren, die bisher an der Junior Uni den Spaß am Fragenstellen und Forschen erlebt haben. Die jungen Studenten kämen sowohl aus einkommensstarken und einkommensschwachen Familien. „Sehr stolz sind wir, dass wir 13 Prozent sogar aus bildungsfernen Milieus erreichen“, sagt Ziegler.

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