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350 Wohneinheiten entstehen in Wuppertals größtem Neubaugebiet am Heubruch

Stadtentwicklung : Stadt plant das Quartier Heubruch

350 Wohneinheiten, ein Spielplatz und eine Kita sollen auf beiden Seiten entlang der Nordbahntrasse entstehen.

Der erste Spatenstich im Neubaugebiet am Heubruch soll Anfang 2021 erfolgen. Die Stadt plant auf der Fläche des Bahnhofs an der ehemaligen Rheinischen Strecke bis zu 350 Wohneinheiten, teils in drei- bis viergeschossigen Mehrfamilienhäusern (sowohl Eigentums- als auch Mietwohnungen), sowie als Stadthäuser, also mehrgeschossige aneinander gebaute Einfamilienhäuser. Rund 20 Prozent des ehemaligen Bahngeländes, durch das die Nordbahntrasse verläuft, soll für den sozialen Wohnungsbau genutzt werden. Außerdem ist auf dem 5,5 Hektar großen Gelände eine Kita vorgesehen, die von einem privaten Bauträger im Erdgeschoss eines der mehrstöckigen Wohngebäude eingerichtet werden soll, sowie ein Spielplatz auf einer Fläche von 3000 Quadratmetern.

Die Verwaltung legt den politischen Gremien jetzt den Bebauungsplan 1241 zur Beratung vor. Im Rahmen einer Bürgerbeteiligung können nach der Offenlegung der Pläne Nachbarn, Institutionen und Organisationen Anregungen, Kritik und Ideen zum größten innerstädtischen Neubaugebiet in Wuppertal vorbringen.

Baudezernent Frank Meyer erinnerte daran, dass die Stadt 2016 einen städtebaulichen Wettbewerb ausgeschrieben hatte. Das Ergebnis der Planungen liege sehr nahe am Wettbewerbsentwurf, der eine hohe städtebauliche Qualität aufweise. Aus dem Wettbewerb war als Sieger der Entwurf des Düsseldorfer Architekturbüros HGBM hervorgegangen. Oberbürgermeister Andreas Mucke weist auf die Aufwertung des Gebietes durch die Nordbahntrasse hin. „Die Trasse macht die Fläche für Bauträger besonders interessant. Wir finden, dass es ein tolles Projekt ist. Wir bieten Menschen Wohnraum mitten in der Stadt- bezahlbar und individuell mit einer tollen Infrastruktur“, sagte Mucke.

2017 hatte der Rat der Stadt den Aufstellungsbeschluss gefasst. Die Zeit seitdem wurde genutzt, um die Altlastenproblematik (Chlorierte Kohlenwasserstoffe) auf dem nordöstlichen Teil des Areals anzugehen und den Recyclinghof der AWG an die Widukindstraße zu verlegen. Die Verlegung wird gerade vorbereitet. Im nördlichen Bereich findet eine Grundwassersanierung statt. Im Hangbereich zur Wuppermannstraße befindet sich eine weitere Altlast, die noch untersucht werden muss.

Kein Flächenfraß: Bebauung der größten Brachfläche in der Stadt

Nach der Offenlegung werden die Anregungen ausgewertet, den Termin für den Satzungsbeschluss gibt es noch nicht. Es könnte bis 2021 dauern, denn ab dem 1. November ist der Rat in einer neuen Zusammensetzung zuständig.

Stadtplaner Marc Walter weist auf die Vorteile hin: „Wir verbrauchen dort keine Fläche, sondern wir nutzen eine innerstädtische Brachfläche. Die Nordbahntrasse bietet die Chance, viele Punkte in der Stadt von dort mit dem Rad oder zu Fuß zu erreichen. Ich bin zuversichtlich, dass sich die Flächen von der Aurelis gut vermarkten lassen.“ Mit Ten Brinke Wohnungsbau stehe einer der künftigen Bauträger bereits fest. Auf dem Areal könnten mehr Wohneinheiten entstehen als auf dem Bergischen Plateau, da Geschossbau möglich sei.

 Es werde einen Gestaltungsplan mit Leitlinien geben, der einen Wiedererkennungseffekt durch eine abgestimmte Bauweise garantiert. Die Dachbegrünung sei verpflichtend. Entlang der Nordbahntrasse ist eine dem Verlauf der Trasse folgende Grünfläche vorgesehen.

„Für den Osten der Stadt ist das Projekt Heubruch eine richtig gute Sache - zusammen mit der Qualitätsoffensive Innenstadt erfährt Barmen einen wichtigen und verdienten Schub in Richtung attraktiver Wohn- und Lebensstandort“, sagt Dezernent Frank Meyer.