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340 Schul-Container sollen auf der Wuppertaler Hardt eingesetzt werden

Stadt hat konkrete Pläne, wie das Ausweichquartier für Schüler aussehen soll : 340 Schul-Container sollen auf der Hardt eingesetzt werden

Die Stadt legt Pläne vor, wie sie die Container anordnen will und sagt, worum es sich bei den Übergangsräumen überhaupt handelt.

Sie sind ein großes Streitthema, doch in den Augen der Stadt die beste Lösung, um für Schüler aus sanierungsbedürftigen Gebäuden wie der Else-Lasker-Schüler Gesamtschule und dem Johannes-Rau-Gymnasium einen zeitlich begrenzten Ausweichplatz zu schaffen. Die Rede ist von Containern. Doch muss man differenzieren zwischen Schiffscontainern und den modernen und freundlicher gestalteten Schulcontainern.

Heutige Schulcontainer haben nichts mit Hafencontainern oder mit Schulcontainern gemein, die noch vor 20 oder 30 Jahren für solche Zwecke genutzt worden sind.

Das betonte der noch amtierende Oberbürgermeister Andreas Mucke bereits im August bei einer Podiumsdiskussion in der Else Lasker-Schüler-Gesamtschule. Dort versprach er den Schülern den Umzug auf die Hardt: „Dort wird in vernünftigen Gebäuden und nicht in Schiffscontainern unterrichtet.“

Die Kinder der Grundschule Peterstraße werden derzeit bereits in Containern unterrichtet. Das Ensemble steht am Gymnasium am Kothen. Foto: Gebäudemanagement Wuppertal

Thomas Lehn vom Gebäudemangement der Stadt erklärt die Schulcontainer ganz genau: „Die Ausstattung ist modern. Die Räume sind vernetzt, enthalten moderne Präsentationstechnik und sind freundlich gestaltet.“ Es gebe auch naturwissenschaftliche Fachräume, eine Mensa mit einer Kochküche, ein Speiseraum und eine kleine Aula seien ebenfalls vorhanden.

Corona-Beschränkungen
haben keine Auswirkung

Auch die Corona-Regeln können laut Lehn eingehalten werden. Es gebe keinen Unterschied zwischen Containern und normalen Schulgebäuden. „Die Räume haben normale Klassengrößen, sind auf einer Seite mit Fenstern normaler Größe ausgestattet und haben auf jeder Etage genügend Sanitärräume.

Auf Nachfrage der WZ nennt Lehn ganz konkrete Zahlen und zeigt, wo die Container stehen werden. Insgesamt sollen 340 Einzelcontainer auf dem Standort der ehemaligen Landesjustiz- und Pädagogischen Hochschule auf der Barmer Seite der Hardt platziert werden. Aus diesen Einzelcontainern sollen dann zwei große Schul-container-Gebäude entstehen. Das kleinere Gebäude verfügt etwa über eine 918 Quadratmeter große Grundfläche und soll ein zweigeschossiger Bau am Dietrich-Bonhoeffer-Weg werden. Der größere Komplex soll aus drei aneinander gekoppelten Gebäuden bestehen, die jeweils über drei Etagen verfügen und zusammen eine Grundfläche von 4005 Quadratmetern haben. Das größere Gebäude soll parallel zur Gottfried-Gurland-Straße errichtet werden. „Die Anzahl der Container ergibt sich aus dem mit uns abgestimmten Bedarf des Ganztagsgymnasiums-Johannes-Rau. Benötigt werden 32 Klassenräume und 12 Fachräume“, erklärt Lehn.

Vier bis sechs Millionen Euro Mietkosten zahlt die Stadt

Die einzelnen Container werden dann neben- und übereinander gestellt und miteinander verbunden. Anschließend müssen Anschlüsse für Strom, Wasser, Abwasser und Internet sowie Telefon gelegt werden. Danach folgt die Einrichtung mit Stühlen, Tischen und anderem Mobiliar. Die Kosten für die Miete der Container liegen laut Schätzung der Stadt zwischen vier und sechs Millionen Euro für beide Schulen zusammen. Erste Mieter der Container sollen die Schüler des Johannes-Rau-Gymnasiums im Sommer 2021 werden. Zwei Jahre später sollen dann die Schüler der Else-Lasker-Schüler in den Container-Räumen unterrichtet werden.