3300 Übernachtungen über Airbnb in Wuppertal

Tourismus : 3300 Übernachtungen über Airbnb in Wuppertal

Laut Dehoga und Mieterbund gibt es im Vergleich mit anderen Städten kaum Beschwerden.

Teilen mit Fremden ist hip und Buchungsplattformen machen es leicht, eine Wohnung für kurze Zeit zu vermieten. In Wuppertal haben im vergangenen Jahr 3300 Personen über das Portal eine Übernachtung gefunden. Hoteliers fordern gleiche Bedingungen.

Die Plattform Airbnb aus den USA ist mit ihrem Namen zum Synonym für private Zimmervermietung geworden. Aktuell werden dort laut Angaben von Airbnb 170 Wuppertaler Schlafgelegenheiten angeboten. Die Unterkünfte sind verschieden. Das Unternehmen ermöglicht Inserate sowohl für einzelne Zimmer als auch für Bed&Breakfast oder ganze Ferienhäuser.

Laut der aktuellen Landesstatistik zählten die Hotels in Wuppertal im ersten Halbjahr 2018 340 622 Übernachtungen, 0,7 Prozent weniger als im vergleichbaren Zeitraum 2017. Hoteliers sehen die privaten Zimmerangebote als Konkurrenz auf dem Bettenmarkt.

Für die Dehoga NRW erklärt Sprecher Thorsten Hellwig: „Es gibt viele Regelungen und Gesetze, die für Hotels gelten, doch bei kleineren Gewerbetreibenden werden diese kaum angewendet.“ Steuergesetze, Hygiene-, Brandschutz- und ähnliche Vorschriften sollen aus seiner Sicht nicht nur für Hoteliers gelten. Auch Wohnungssuchenden könnten die Touristen zur Konkurrenz werden, erklärt die Dehoga: „Wir haben von einzelnen Straßenzügen in Berlin etwa gehört, wo das zu einem ernstzunehmenden Problem geworden ist.“

Bergische Drei sehen Potential für mehr Ferienwohnungen

Der Mieterbund in Wuppertal allerdings winkt ab: „Wir hatten diesbezüglich noch keine Beschwerde“, sagt Geschäftsführer Andreas Wiemann. Er sagt: „Noch ist der Wohnungsmarkt in Wuppertal relativ entspannt.“ Auch die Mieten seien deutlich niedriger als etwa in Düsseldorf. Laut dem aktuellen Mietspiegel liegen Nettokaltmieten in Wuppertal zwischen rund vier und gut acht Euro pro Quadratmeter im Durchschnitt. Auch das sei laut Mieterbund ein Indiz dafür, dass sich der Wohnungsmarkt anders darstellt, als etwa in Düsseldorf.

Die Fachleute für Tourismus im Bergischen Städtedreieck, die Bergischen Drei, sehen sogar noch Chancen für weitere Ferienwohnungen in der Stadt. Pressesprecher Holger Piwowar sagt: „Über unser Portal werden in der gesamten Region mehr als 220 Ferienwohnungen angeboten.“

Vermieter in Wuppertal haben auch die Möglichkeit, Zimmer an Studenten zu vermieten. Darauf weist Fritz Berger vom Hochschul-Sozialwerk Wuppertal hin. Aktuell können Studenten noch private Unterkünfte über die Liste des Studentenwerkes finden. Berger hat sich zum Ziel gesetzt, das Netzwerk zu privaten Vermietern zu pflegen: „Der studentische Wohnungsmarkt hier ist kaum vergleichbar mit Köln“, sagt er. So habe sich auch noch kein Student gemeldet, der eine Beschwerde über ein Airbnb-Angebot hatte.

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